Im Visier der NPD

Der Polizeichef von Passau, Alois Mannichl, war offenbar seit mehr als einem Jahr im Visier der Bundeszentrale der rechtsextremen NPD. Gestern, sechs Tage nach dem Anschlag, konnte Mannichl das Krankenhaus verlassen. Vom Täter veröffentlichte die Polizei Phantombilder.

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19. Dezember 2008, 08:05 Uhr

Passau | Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben die Mitglieder der rechtsextremen NPD seit dem Frühjahr 2007 regelrecht Pläne geschmiedet, um gegen ihn vorzugehen. In einer E-Mail an die Parteiführung wird Mannichl als "demokratischer Schläger" bezeichnet. Der Absender dieser Mail, ein NPD-Mitglied, erbat Hilfe von der Parteizentrale - und diese reagierte.

"Wenn etwas sinnvoll gegen Euren geliebten Polizeichef Mannichl unternommen werden soll, dann muss das sehr präzise vorbereitet und durchgeführt werden", schrieb Frank Schwerdt, Justiziar und rechte Hand des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, am 16. Mai 2007. Die NPD beteuert, bei dem Schreiben habe es sich um die Vorbereitung einer juristischen Auseinandersetzung gehandelt.

Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern: "Wir stellen seit längerem die Zunahme rechtsextremistischer Gewalt fest, seit sich die neonazistischen Kameradschaften mit der NPD verbündet und vermischt haben." In Schwerin sitzen NPD-Abgeordnete im Landtag.

Bei seiner gestrigen Entlassung aus dem Krankenhaus sagte Polizeichef Mannichl: "Wir werden im Kampf gegen Rechtsextremismus nicht nachlassen." Den Mordversuch des weiterhin flüchtigen Täters bezeichnete der 52- Jährige als einen "feigen Anschlag".

Bei der Suche nach dem Messerstecher haben die Ermittler erste Zeichnungen veröffentlicht. Die beiden Bilder zeigen in erster Linie die auffälligen Tattoos von zwei gesuchten Männern. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, sollen die Zeichnungen die Täter-Beschreibungen ergänzen. Der Gesuchte hatte Mannichl am Sonnabend niedergestochen.

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