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12. Dezember 2017 | 03:45 Uhr

Im Namen der dreifachen Mondgöttin

vom

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2012 | 09:27 Uhr

Neubrandenburg | Die Wicca treffen sich meist heimlich und pflegen eine Tradition, die sich an einem vorchristlichen Glauben wie der Nordischen Mythologie orientiert.

Die meisten Anhänger in Mecklenburg-Vorpommern sind heute Frauen - sie tragen abseits ihres bürgerlichen Daseins einen Hexennamen, den sie bei einem Initiationsritual erworben haben.

"Wir treffen uns regelmäßig, um uns in dieser schnellen Zeit zu verbinden, zu erden und um uns über unsere Wurzeln zu freuen", erklärt eine 64-Jährige, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Viele dieser Wicca meiden den Kontakt mit Männern, während sie ihrem Kult nachgehen. Einige verehren Blut und vor allem das Menstruationsblut als heilig und als Kraftquell des irdischen Lebens.

Keiner dieser Zirkel gleicht jedoch dem anderen in der Art der Zusammensetzung und im gelebten Glauben. Gemein haben sie aber, dass sie sich auf holistische Mythen berufen, dass sie sich selbst dadurch weiterentwickeln und glücklich werden wollen, dass sie tolerant gegenüber Andersdenkenden sind. Die Wicca glauben an die Einheit der Natur und daran, dass die Natur mit den Menschen und dem göttlichen Untergrund verwoben ist. Sie glauben an die dreifache Mond-Göttin (auch als Gaia bekannt) und an den gehörnten, grünen Mann. Dabei sind sich viele Wicca bewusst, dass ihre Gottheiten wie ihre Geister tatsächlich Projektionen der eigenen Psyche sind. "Oder die Übersetzung, von etwas, dass wir nicht mehr sehen können, nicht mehr klar verstehen", wie eine Wicca aus dem Schweriner Raum erklärt.

Im Mittelalter wurden die Anhänger der nordischen Kulte von der Kirche verfolgt.

Als Legitimation wurde dabei oft das Werk des Dominikaners Heinrich Kramer verwendet: "Malleus Maleficarum" (Der Hexenhammer). Darin erklärt er, dass Frauen nicht so stark glauben können wie Männer und deshalb leichter durch Dämonen verführt würden. Auch die sexuelle "Unersättlichkeit des Weibes mache es zum Opfer Schwarzer Magie".

Trotz der mittelalterlichen Gräueltaten der Kirche und der Anfeindungen im Volk haben die Traditionen bis heute überlebt.

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