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21. November 2017 | 13:15 Uhr

Im Hafen haben sie das Kommando

vom

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2012 | 08:22 Uhr

Rostock | Sie sind die schnellsten auf der Warnow und lassen alle hinter sich. Der Bug geht hoch, aber Steuermann Gerd Rummelhagen hat sein Motorschlauchboot "Wotan" fest im Griff. Zusammen mit Kollege Mike Junghanns fährt er Streife auf dem Wasser. Gerade gehts zum Einsatz. Von der Leitzentrale der Wasserschutzpolizei in Warnemünde ist ein Funkspruch eingegangen.

Die "Atlantic" ist unterwegs, nur hatte die tags zuvor eine so genannte Festlegeverfügung bekommen. Bei einer Kontrolle war ein abgelaufenes Rettungsequipment aufgefallen. Bis das behoben ist, sollte die "Atlantic" im Hafen bleiben. Junghanns und Rummelhagen fahren hin, Kontrollen gehören dazu - gerade zur Sail. Hier geht es in erster Linie um Sicherheit. Rummelhagen fährt dicht an den Segler heran, Junghanns schwingt sich routiniert an Bord. Die Auflagen hat der Kapitän erfüllt. Weil er die Behörden darüber nicht informieren konnte, war er einfach so weitergefahren. Die Polizisten lassen Milde walten, helfen noch bei der Vermittlung und der Freigabe. Schließlich ist ja Hanse Sail. Die Polizei, dein Freund und Helfer - auf dem Wasser stimmt dieser Spruch.

30 Kräfte betreuen die Traditionssegler

Die Hanse Sail ist für die Männer eine besondere Herausforderung. 30 Wasserschutzpolizisten sind entlang des maritimen Großereignisses unterwegs, begleiten die Traditionssegler mit zehn Polizeibooten zu ihren Ausfahrten. Wie auf einer Perlenschnur reihen sie sich die Segelboote im Stadthafen in den Morgenstunden auf, bevor sie mit ihren Passagieren raus zur großen Tour aufbrechen. Junghanns, Rummelhagen und seine Kollegen passen auf, das alle richtig rangieren, keiner dem anderen zu nahe kommt. Als sie ihre Tour weiter fahren, winken die Mitfahrer von den Schiffen, die Kapitäne grüßen routiniert. Die Wasserschutzpolizei kennt hier jeder und achtet sie.

Ein schwedischer und ein holländischer Segler liegen zu dicht beieinander, Junghanns und Rummelhagen schauen auch hier nach dem Rechten, aber es will nur ein Passagier wechseln. Das Manöver gelingt. Die beiden fahren weiter und kontrollieren, wo die Segelflieger im Überseehafen landen, kommen vorbei am riesigen Frachtschiff "Misida". Ein Küstenstreifboot, die "Fehrmarn", und zwei andere Schlauchboote begleiten das Frachtschiff zu seinem Liegeplatz im Hafen, wo es seine Container ablädt. Die Wasserschutzpolizisten achten darauf, dass andere Schiffe dem großen Pott nicht in den Weg kommen. Diese Eskorte ist zur Sail vergleichsweise einzigartig.

Aber die Einsatzkräfte wollen die Unfallzahl niedrig halten. "Wir haben hier mehr als 220 Großschiffe und dann noch die ganzen kleinen. Da kann der eine den anderen schonmal touchieren", sagt Richter. Um die Gefahr einzudämmen, fahren Wasserschutzpolizisten wie Junghanns und Rummelhagen ihre Runden, zwölf Stunden am Tag. Die Kollegen lösen sie ab. Es ist immer jemand im Einsatz.

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