zur Navigation springen

IHK-Reformer in Verzug: Beiträge sinken nur gering

vom

Schwerin | Erst Rostock, jetzt Schwerin: Die 23 000 Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin sollen ab 2012 um knapp 100 000 Euro entlastet werden. Über die bereits vom Präsidium beschlossene marginale Senkung des Umlagehebesatzes um 0,02 auf 0,21 Prozent soll heute die Vollversammlung entscheiden. Eine Zustimmung gilt als sicher. Je nach Gewerbeertrag können Firmen im Einzelfall mit Entlastungen zwischen zehn Euro und einigen tausend Euro rechnen. Knapp die Hälfte der Mitgliedsfirmen ist von Beiträgen ganz ausgenommen.

Mit der Beitragssenkung lösen die so genannten IHK-Reformer, die bei den Kammerwahlen vor drei Jahren die Mehrheit in der Vollversammlung erreicht hatten, mit Jahren Verspätung ein altes Versprechen ein. Sie hatten seinerzeit deutliche Beitragssenkungen angekündigt, mit Blick auf den 14 Millionen Euro teuren neuen Kammern-Bau und angehäufte Millionen-Schulden immer wieder verschoben. Inzwischen sei die Kammer wirtschaftlich so gesundet, dass die Beiträge um rund acht Prozent abgesenkt werden könnten, sagte Kammer-Präsident Hans Thon gestern. Zwar sei die Entlastung durch den Verkauf der beiden Kammerimmobilien im Schweriner Stadtzentrum mit einem Verkaufserlös von rund 3,9 Millionen Euro niedriger ausgefallen, als erhofft. Es sei aber gelungen Schulden abzubauen. Die Beitragssenkung solle "keine einmalige" Aktion bleiben. Er sei optimistisch, dass der Hebesatz auch 2012 in ähnlicher Höhe reduziert werden könnte.

Trotz der Beitragssenkung verlangt Schwerin noch immer die höchsten Kammerabgaben in MV Land. Die IHK Rostock hatte bereits im November Reduzierung des Hebesatzes auf 0,20 Prozent beschlossen. In Neubrandenburg war vereinbart worden, die Beiträge unverändert auf dem bereits seit 2008 geltenden niedrigen Niveau von 0,15 Prozent zu belassen.

Trotz der Beitragssenkungen geht der interne Streit der wegen des IHK-Neubaus seit Jahren in der Krise steckende Kammer weiter. Nach dem Rauswurf des Ex-Kammerchef Klaus-Michael Rothe soll nun auch der Stuhl von Hauptgeschäftsführer Ulrich Unger wackeln. In Vollversammlungskreisen hieß es gestern, dass heute eine Aufhebung seines Vertrages bekanntgegeben werden soll. IHK-Präsident Thon wies entsprechende Vermutungen allerdings gestern strikt zurück: "Es wird keinen Geschäftsführerwechsel geben."

zur Startseite

von
erstellt am 14.Dez.2011 | 06:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen