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Strafbefehl : Hundehalter verpasst Behördenmitarbeiter eine Kopfnuss

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es war eine Begegnung, wie sie in Potsdam oft stattfindet. Denn obwohl in der Innenstadt und in Babelsberg schon seit Jahren ein Leinenzwang für Hunde gilt, treffen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort immer wieder auf Halter, die sich nicht an die Vorschrift halten.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 12:24 Uhr

Es war eine Begegnung, wie sie in Potsdam regelmäßig stattfindet. Denn obwohl in der Innenstadt und in Babelsberg schon seit Jahren ein Leinenzwang für Hunde gilt, treffen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort immer wieder auf Halter, die sich nicht an die Vorschrift halten. Die meisten Tierfreunde zeigen sich einsichtig. Doch diesmal eskaliert die Situation. Als Kai D. sein Gegenüber Anfang Juni 2013 in der Karl-Liebknecht-Straße in Babelsberg auf die fehlende Leine anspricht, wird Marcus L. sofort ausfällig. „Ich rede mit dir nicht, du Arsch! Verpiss dich“, entgegnet er dem Ordnungshüter. Es bleibt nicht bei der wüsten Beschimpfung. Der 42-Jährige versetzt seinem Opfer auch noch eine Kopfnuss. D. erleidet eine Nasen-Stirn-Jochbein-Prellung, muss ärztlich behandeln werden.

Der Betroffene erstattet Anzeige. Die Staatsanwaltschaft beantragt den Erlass eines Strafbefehls. Das Amtsgericht Potsdam erlässt den Strafbefehl und stellt ihn Marcus L. zu. Er soll eine Geldstrafe zahlen – legt dagegen aber Widerspruch ein. Daraufhin wird ein Gerichtstermin festgelegt. Der Hundehalter soll sich wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Gestern nun wollte das Potsdamer Amtsgericht in der Sache entscheiden. Doch kurz vor Beginn der Verhandlung flatterte ein Fax bei der zuständigen Richterin ein. Darin teilt Marcus L. mit, dass er seinen Einspruch zurücknimmt. Der Strafbefehl ist damit rechtskräftig. L. muss 50 Tagessätze à 20 Euro zahlen.

Die Sache ist kein Einzelfall. Seit zwei bis drei Jahren beobachtet man im Potsdamer Ordnungsamt, dass Außendienstmitarbeiter immer öfter Ziel von Attacken werden. In den meisten Fällen bleibt es bei einer verbalen Auseinandersetzung – zum Beispiel, wenn Autofahrer ein Knöllchen kassieren, berichtet Stadtsprecher Jan Brunzlow. Körperliche Übergriffe – wie sie in Potsdam vor allem bei Hundekontrollen vorkommen – seien bislang die Ausnahme. Allerdings sei es im vergangenen Jahr zu einer weiteren Handgreiflichkeit gekommen. „Der andere Fall kam aber nicht zur Anzeige“, erläutert Brunzlow. Das Opfer hätte den Angriff abwehren können und sich daher gegen eine Anzeige entschieden.

Um die Potsdamer Außendienstmitarbeiter davor zu schützen, dass Auseinandersetzungen eskalieren, absolvieren sie Deeskalations-Seminare und nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil. Auf den Vorfall vom Juni 2013 will die Stadtverwaltung nun mit einem Angebot reagieren. „In diesem Jahr werden wir erstmals auch einen Selbstverteidigungskurs für unsere Mitarbeiter anbieten“, kündigt Stadtsprecher Brunzlow an.

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