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Höhere Netzentgelte treiben Strompreis nach oben

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erstellt am 19.Mär.2012 | 08:30 Uhr

Strom wird teurer. Nach Hochrechnungen der Bundesnetzagentur wird sich allein die Anhebung der Netzentgelte im Strompreis mit einer Steigerung von fünf bis sieben Prozent niederschlagen. Als Grund wird die Energiewende genannt. Um die erneuerbaren Energien im Land verteilen zu können, werden neue Hochleistungstrassen benötigt. Die kosten viel Geld. Fragen und Antworten zum Thema:


Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Gut ein Drittel machen Energiebeschaffung und Vertrieb aus, heißt es im Monitoringbericht 2011 der Bundesnetzagentur. Die Steuern liegen derzeit bei 25 Prozent, hinzu kommen die Umlage des Erneuerbare-Energie-Gesetzes und weitere staatliche Abgaben (zusammen 16 Prozent). Das Netto-Netzentgelt macht 21 Prozent aus, plus Kosten für Abrechnung und Messungen (3 Prozent). Im Jahr 2011 kostete eine Kilowattstunde den Haushaltskunden 25,45 Cent, knapp zwei Cent mehr als ein Jahr zuvor. 2006 lag der Preis noch bei 18,93 Cent.

Was genau sind denn Netzentgelte?

Hinter dem Begriff Netzentgelte verbergen sich die Kosten für den Transport und die Verteilung des Stroms. Die für die Genehmigung zuständige Bundesnetzagentur geht in den jetzt bekanntgewordenen Hochrechnungen davon aus, dass sie in den kommenden Jahren um 16 bis 24 Prozent steigen werden. Hauptursache ist der teure Ausbau der Netze, um sie besser auf den Transport von Strom aus erneuerbaren Energien auszurichten. Die Netzentgelte machen zusammengenommen heute bereits rund ein Viertel des Strompreises aus. Sie werden von den Verbrauchern beziehungsweise den Stromlieferanten an die Netzbetreiber gezahlt.

Kann man sich von den Netzentgelten befreien lassen?

Seit August gilt die neue Stromnetzentgeltverordnung. Paragraf 19 befreit Unternehmen mit einem hohen Verbrauch fast komplett von den Netzgebühren. Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden pro Jahr am Netz hängen und mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen, müssen gar keine Netzentgelte mehr zahlen. Ab einem Stromverbrauch von 100 000 Kilowattstunden pro Jahr sinken die Netzkosten bereits so deutlich, dass tausende Unternehmen nicht wie die Verbraucher den vollen Preis zahlen müssen.


Warum gibt es die Rabattangebote?

Dass die deutsche Industrie international wettbewerbsfähig sein müsse, sei völlig klar, meint Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Dass aber nun auch Hotels und Gaststätten davon profitieren, könne er nicht nachvollziehen.

Kann sich der Kunde durch langfristige Verträge vor der Weitergabe der erhöhten Netzentgelte schützten?

Das komme auf das Kleingedruckte im Vertrag an, sagt Sieverding. Allgemein rät er, sich zu informieren und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Nicht alle gäben solche Preisentwicklungen sofort an die Kunden weiter.

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