Höhere Kfz-Steuer für Stinker

Bei Neuwagen werden solche Abgase künftig in der Kfz-Steuer teuer - bereits zugelassene Autos wie dieser Trabi werden vorerst nach altem Muster besteuert. (Bild: dpa/tmn)
Bei Neuwagen werden solche Abgase künftig in der Kfz-Steuer teuer - bereits zugelassene Autos wie dieser Trabi werden vorerst nach altem Muster besteuert. (Bild: dpa/tmn)

Ab Juli tritt die Reform der Kfz-Steuer in Kraft. Erstmals wird dann auch der CO2-Ausstoß bei ihrer Berechnung berücksichtigt. Demnach werden Autos mit hohem Verbrauch und schädlichen Abgasen stärker bestraft. Bei einigen Stinkern wird aber eine Ausnahme gemacht.

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16. Juni 2009, 04:43 Uhr

Stuttgart/München (dpa/tmn) - Im Gerede sind die Stinker unter den Automobilen schon lange. Jene Autos gelten als nicht mehr zeitgemäß, zu deren Merkmalen ein hoher Verbrauch und reichlich schädliche Abgase zählen.

Nur Konsequenzen hatte das für Käufer nicht. Nun aber will man die Stinker stärker bestrafen. Mittel zum Zweck ist die Reform der Kraftfahrzeug-Steuer, die zum 1. Juli 2009 in Kraft tritt. Künftig werden nicht mehr nur die Hubräume der Motoren zur Berechnung der Steuer herangezogen, auch der CO2-Ausstoß wird berücksichtigt.

Mischkonzept für Kfz-Steuer

Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart hält die Reform für «einen Einstieg in die notwendige Ökologisierung der Autosteuer». Die Änderung würde immerhin auch einen Anreiz zum Kauf effizienterer Fahrzeuge darstellen - weil weniger CO2-Ausstoß auch eine niedrigere Steuer bedeuten. Jedoch findet Hillgärtner in dem neuen Modell auch «Konstruktionsmängel». Besser gefallen hätte dem ACE ein Steuerkonzept, das allein den CO2-Ausstoß berücksichtigt und dabei gänzlich auf die Einbeziehung des Hubraums verzichtet.

Tatsächlich beruht die Berechnung der Kfz-Steuer ab Juli auf einem Mischkonzept. Auf der einen Seite steht die bekannte Berechnung nach dem Hubraum: Laut Sabine Götz vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main werden bei Benzinern 2 Euro pro 100 Kubikzentimetern Hubraum berechnet, bei Diesel sind es 9,50 Euro.

Neues Berechnungsmodell gilt nicht für alte Autos

Zusätzlich fließt der CO2-Ausstoß in die Berechnung der Kfz-Steuer ein. Dabei gilt vorerst ein Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer (g/km). Stößt der Wagen weniger CO2 aus, muss der Halter dafür keine Steuer zahlen. «Bei einem CO2-Ausstoß ab 120 Gramm pro Kilometer sind dann für jedes Gramm zwei Euro zu zahlen», erläutert Andreas Hölzel, Sprecher des ADAC in München. Ab 2012 wird der Schwellenwert auf 110 Gramm gesenkt, ab 2014 muss ab 95 g/km Kfz-Steuer gezahlt werden.

Das alles bezieht sich aber nur auf jene neuen Autos, die ab dem 1. Juli 2009 zugelassen werden. Alles, was derzeit noch mit mehr oder weniger dicken Abgaswolken unterwegs ist, zahlt weiter Kfz-Steuer nach dem alten Modell. Das wiederum gilt aber nicht für alle Zeiten. Laut den Experten ist geplant, dass eine Änderung in Richtung des neuen Modells für die alten Autos 2013 folgt.

Steuerbescheid am besten nachprüfen

Aber natürlich wären all diese Regeln nichts ohne Ausnahmen. Die Ausnahme gilt für Neuwagen, die seit Ende 2008 zugelassen wurden, so Andreas Hölzel. «Für Autos, die in der Zeit zwischen dem 5. November 2008 und dem 30. Juni 2009 zugelassen werden, gelten befristete Steuerbefreiungen.» Die Länge der Befreiung liegt zwischen ein und zwei Jahren und hängt davon ab, welche Abgasnorm erfüllt wird.

Wenn die Befreiungen - je nach Modell - spätestens Ende 2010 ausgelaufen sind, muss auch für diese Fahrzeuge Kfz-Steuer bezahlt werden - ob nach altem oder neuem Modell, hängt vom Einzelfall ab. «Wenn die Steuerbefreiung für das jeweilige Fahrzeug endet, wird eine Günstigkeitsprüfung durchgeführt», erläutert Sabine Götz. Das bedeutet, dass die Behörden ausrechnen, welches Steuerschema für den Halter günstiger ist, und dieses dann zugrunde legen.

Ob die zuständigen Ämter bei diesen Berechnung alles richtig machen werden, steht heute noch in den Sternen. Fachleute wie Andreas Hölzel weisen aber darauf hin, dass nachrechnen und vergleichen nicht schaden kann. «Man hat auch in der Vergangenheit schon von falschen Steuerbescheiden gehört.»

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