Hochtief plant Offshore-Stützpunkt

Offshore Windpark
1 von 2
Offshore Windpark

svz.de von
30. Januar 2013, 11:47 Uhr

Rostock | Die Hochtief AG will mit ihrem belgischen Partner, der Deme Group, Rostock als Basis für den Bau von Offshore-Windparks in der Ostsee nutzen. Bis zu 200 Mitarbeiter sollen von hier aus die Arbeit an Baltic 2 aufnehmen, der 32 Kilometer nördlich von Rügen liegt. "Wir suchen aktuell einen geeigneten Standort für unser Projektbüro in der Hansestadt, zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren", sagt Hochtief-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering. Sollten weitere Aufträge folgen, sei aber auch eine dauerhafte Ansiedlung in Rostock möglich.

Mit dem Bau der Fundamente für die 80 geplanten Mühlen von Baltic 2 soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Sie müssen in 23 bis 44 Metern Tiefe in den Meeresboden gerammt werden. Ab einer Tiefe von 33 Metern gewährleisten die sonst üblichen einzelnen Pfähle, die so genannten Monopiles, allerdings nicht mehr genügend Stabilität. Daher kommt dort die so genannte Jacket-Struktur zum Einsatz, eine Konstruktion aus drei jeweils 60 Meter langen Pfählen. "Diese Jacketpiles haben wir bereits bei den Erndtebrücker Eisenwerken im Überseehafen in Auftrag gegeben", so Woltering. Von dort sollen sie auf spezielle Hubschiffe verladen werden, die sich auf vier Füßen aus dem Wasser heben können. Auf diese Weise bilden sie sowohl draußen auf See als auch bei der Verladung an der Kaikante eine stabile Arbeitsplattform, sodass die Arbeiten an den bis zu 670 Tonnen schweren Fundamenten auch bei sehr hohem Wellengang weitergeführt werden können. "Das ist ein imposanter Anblick, wenn diese Schiffe sich aufstellen", so Woltering. Hochtief verfüge bereits über zwei Hubplattformen sowie das Hubschiff "Innovation". Ein weiteres Schiff soll 2014 in Danzig vom Stapel laufen.

Der Auftrag vom Windpark-Eigner ENBW umfasst aber nicht nur die Fundamente für die Mühlen. Hochtief übernimmt auch die Logistik für den Bau der fast 140 Meter hohen Türme und Turbinen. "Allein für den Teil von uns und unserem belgischen Partner beträgt das Auftragsvolumen 500 Millionen Euro", sagt Woltering. Insgesamt investiere ENBW mindestens eineinhalb Milliarden Euro in Baltic 2. Nach der Fertigstellung sollen die Mühlen jährlich 1200 Gigawatt Strom in das Netz einspeisen, genug für etwa 340 000 Haushalte. Nach Angaben von ENBW sparen die Anlagen jährlich 900 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid ein.

Langfristig will Hochtief weitere Ostsee-Windparks von Rostock aus mitgestalten. Die Bedingungen in der Hansestadt seien dafür ideal: "Es existieren bereits Netzwerke, in denen wir Partner finden. Wir engagieren uns zum Beispiel im Erneuerbare-Energien-Netzwerk", so Woltering. Er sei auch daran interessiert, andere Unternehmen mit Hochtief-Know-how zu unterstützen, beispielsweise in Fragen der Zulassung oder Ausbildung. Denn: "Auf See gelten ganz andere Bedingungen als an Land."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen