Wetter : Hitzewelle: Abgekühlt und nüchtern baden

Ein voller Bauch schwimmt nicht gern – Unfällen vorbeugen

svz.de von
18. Juli 2014, 17:15 Uhr

Hitzewelle in Deutschland: Hoch „Aymen“ treibt die Temperaturen immer weiter nach oben. Am Wochenende dürfte an den Badeseen daher wieder viel los sein. Dabei sollten Schwimmer vier Grundregeln beherzigen, um Badeunfällen vorzubeugen: Erstens sollten sie nie baden gehen, ohne sich vorher abzukühlen, zweitens nie mit vollem Magen und drittens nie unter Alkoholeinfluss ins Wasser gehen. Und viertens sollten sie längere Strecken nie allein zurücklegen. Andreas Paatz von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erläutert die Hintergründe.

Warum nie ohne Abkühlung ins
Wasser?Gerade wenn es im Sommer draußen sehr heiß ist, heizt sich der Körper stark auf. Bei einem plötzlichen Temperaturwechsel durch den Gang ins kalte Wasser kommt es zu einer Kreislaufreaktion, wenn der Körper nicht allmählich heruntergekühlt wird. „Der Kreislauf wird deutlich überlastet, es kann zum Kreislaufversagen kommen“, erläutert Paatz. Das bedeutet, der Betroffene erleidet einen Herz-Kreislauf-Stillstand, kippt um und sinkt lautlos unter. Menschen in der Nähe bekommen daher oft nicht mit, dass jemand ertrinkt.

Warum nie mit vollem Magen ins Wasser?
Nach dem Essen ist der Körper mit dem Verdauen beschäftigt. Das bedeutet, dass er der Muskulatur nicht genug Blut zur Verfügung stellen kann, das nötig wäre, um genug Kraft für das Schwimmen aufzubringen, erklärt Paatz. Die Folge: Dem Badenden wird schlecht und er muss sich eventuell übergeben. Außerdem besteht auch in diesem Fall Ertrinkungsgefahr, weil die Muskelkraft eben nicht reicht.

Warum nicht unter Alkoholeinfluss ins Wasser?
„Alkohol führt bei den meisten dazu, dass sie sich im Hinblick auf das Schwimmerische und die Ausdauer überschätzen“, sagt Paatz. Zugleich unterschätzen sie dann die Gefahren, die zum Beispiel vom kalten Wasser, von Strömungen oder der Distanz zum anderen Ufer ausgehen. Hinzu kommt, dass vor allem bei Kanälen die Böschungen so gebaut sind, dass man dort nur schwer aus dem Wasser herauskommt.

Warum nie allein längere Strecken schwimmen?
Auch in diesem Fall gilt: Menschen überschätzen oft ihre Kräfte und schaffen es dann nicht, schnell genug aus dem Wasser zu kommen. Das kann zum Beispiel sein, weil das andere Ufer auf den ersten Blick näher erschien als es tatsächlich ist, die Strömungen stärker oder kälter sind als gedacht oder ein Gewitter aufzieht.

Daher ist es laut Paatz wichtig, Begleitung dabei zu haben, um sich schnell artikulieren zu können, wenn die Kräfte nachlassen und Hilfe nötig wird.

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