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24. November 2017 | 01:19 Uhr

Hitze und Hagel

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2013 | 06:34 Uhr

Berlin/Offenbach | Deutschland hat das heißeste Wochenende des Jahres erlebt - wenn auch ohne neue Höchsttemperatur, dafür aber mit einem europaweiten Hitzerekord. Mehr als 40 Grad - wie zunächst erwartet - wurde es nirgends. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte jedoch mit, dass am Samstag im südbadischen Rheinfelden an der Grenze zur Schweiz mit 38,6 Grad die höchste Tagestemperatur in ganz Europa gemessen worden sei. Am Sonntag wurden erneut Höchsttemperaturen um die 38 Grad erwartet, zum Beispiel im Südosten Bayerns. Bei verbreitet mehr als 30 oder sogar 35 Grad schwitzten und ächzten die Menschen im Süden und Osten der Republik. Im Norden und Westen war es am Sonntag nach zum Teil heftigen Gewittern kühler.

Als Höchstwert seit Beginn der Messungen gibt der DWD 40,2 Grad an - gemessen im Juli 1983 in Gärmersdorf (Bayern) sowie im August 2003 in Karlsruhe und Freiburg (Baden-Württemberg). Der private Wetterdienst Meteomedia will im August 2003 in Perl-Nennig (Saarland) sogar 40,3 Grad gemessen haben. Der Juli 2013 wird laut Meteorologen als einer der zehn wärmsten in Deutschland in die Geschichte eingehen.

In Nordrhein-Westfalen blitzte und donnerte es bereits am Samstagmittag und -nachmittag. Vielerorts ging heftiger Platzregen nieder - in Aachen etwa wurden Straßen überschwemmt, in einem Park in Gütersloh begruben Teile der Baumkrone, die herunterfielen, eine 69-Jährige, die Regenschutz gesucht hatte. In Niedersachsen regnete es kurz und kräftig, mit starken Böen. Auch in Schleswig-Holstein gab es Unwetter. Bereits am Freitag hatten Hagelkörner so groß wie Golfbälle in Baden-Württemberg (Enzkreis) Autos verbeult und Häuser beschädigt. Auch zwischen Münster und Bielefeld oder im Raum Hannover gab es dicken Hagel.

Auf einer S-Bahn-Strecke im Osten von München verformte die Hitze am Sonntag die Gleise. Ein Zugverkehr auf dem betroffenen Abschnitt sei nicht mehr möglich, teilte die Bahn mit. Eine derartige Verformung komme äußerst selten vor. Laut DWD ist heute leichte Entspannung in Sicht - es soll sich auf verbreitet 25 bis 28 Grad abkühlen, am Mittwoch sind dann aber schon wieder 30 Grad möglich.

Auch Nachbarländer leiden unter Hitze und Unwettern. In Frankreich rissen Windböen ein Festzelt in Joinville-le-Pont bei Paris um - etwa 30 Menschen wurden verletzt. Bei Bordeaux stürzte in Pauillac der Glockenturm der Stadt auf ein anliegendes Haus. Dabei wurde die 70 Jahre alte Bewohnerin schwer verletzt. In Nantes weiter nördlich wurde ein Postbote vom Blitz getroffen. Der 46-Jährige schwebte zunächst in Lebensgefahr. In Belgien trieben Unwetter in der Nacht zum Sonntag Besucher bei den Musikfestivals "Sfinks Mixed" und "Tomorrowland" aus ihren Zelten. In Tschechiens Hauptstadt Prag behandelten Sanitäter Dutzende, meist ältere Menschen, die in der Hitze zusammengebrochen waren.

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