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20. November 2017 | 10:50 Uhr

HIV und AIDS : Historie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

HIV und AIDS: Wie ein Virus entdeckt, eine Krankheit beschrieben, Therapien entwickelt und die Gesellschaft aufgeklärt wurden

von
erstellt am 06.Jan.2015 | 11:30 Uhr

Um 1900: Ein Urtyp des HI-Virus wird von Affen auf den Menschen übertragen. Vorgänger des Erregers ist das bei Schimpansen festgestellte SI-Virus. Entstehungsregion: vermutlich Westafrika.

1959: Im Kongo wird einem erwachsenen Mann eine Blutprobe entnommen, die – wie sich Jahrzehnte später herausstellt – HIV-Antikörper enthält. Es ist die erste nachgewiesene HIV-Infektion bei einem Menschen.

1981: Der US-amerikanische Wissenschaftler Michael Gottlieb berichtet über ungewöhnliche Pilzinfektionen und Lungenentzündungen bei

fünf ansonsten völlig gesunden

jungen schwulen Männern aus Los Angeles. Offenbar ist deren Immunsystem zusammengebrochen.

1982: In New York wird die Gay Men’s Health Crisis als weltweit erste Aidshilfe-Organisation gegründet. Auf einer Konferenz von Blutspendeorganisationen einigen sich die Teilnehmer am 27. Juli auf den Krankheitsnamen AIDS, der übersetzt für erworbenes Immunschwächesyndrom steht. Im Juli wird in Frankfurt am Main erstmals bei einem Patienten in der Bundesrepublik AIDS diagnostiziert.

1983: Die französischen Wissenschaftler Luc Montagnier und Francoise Barre-Sinoussi weisen erstmals Partikel eines Retrovirus nach. Kurze Zeit später veröffentlicht Montagnier das erste Bild des Erregers. Am 6. Juni macht der Spiegel AIDS zum Titelthema, erstmals nimmt die breite Öffentlichkeit in Deutschland von der Krankheit Notiz.

1984: Am 1. Oktober beginnt die Pflicht zum Testen von Blutprodukten auf HIV-Antikörper.

1986: Mit dem bis dahin erfolglos gegen Krebs eingesetzten Medikament AZT nimmt die AIDS-Forschung im März eine entscheidende Wende: Erstmals zeichnet sich ein Medikament gegen HIV ab. Ein Jahr später wird AZT (Retrovir) als erstes Medikament gegen AIDS zugelassen.

1988: Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO bestimmt den 1. Dezember zum jährlichen Welt-AIDS-Tag.

1991: Die von der Künstlergruppe „Visual AIDS“ in New York entwickelte Rote Schleife wird als internationales AIDS-Symbol eingeführt. Am 24. November stirbt mit Queen-Sänger Freddie Mercury ein Weltstar an AIDS.

1993: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung startet ihre Kampagne „Gib AIDS keine Chance“. Mit Plakaten wirbt sie seitdem unter
dem Slogan „mach’s mit“ für Safer Sex und die Verwendung von Kondomen.

1996: Die Vereinten Nationen schaffen mit UNAIDS ein Programm, um die internationalen Maßnahmen gegen die HIV-Epidemie abzustimmen. Bei der Behandlung von HIV beginnt die Ära der Kombinationstherapien. Nachteile wie Nebenwirkungen und Resistenzbildungen werden erst in den Folgejahren bekannt.

1997: Die US-Gesundheitsbehörde CDC berichtet, dass erstmals die Zahl der jährlichen AIDS-Toten gesunken ist. Ende 1997 leben etwa 30 Millionen Menschen mit HIV, 2,3 Millionen sterben an den Folgen von AIDS.

2001: Fachleute registrieren in Deutschland – wie zuvor schon in anderen Industrieländern – eine Zunahme neuer HIV-Diagnosen.

2006: Im Januar wird in den USA mit Atripla die erste „einmal tägliche Dreier-Kombi in einer Pille“ zugelassen. Die HIV-Therapie wird so deutlich vereinfacht.

2007: Im März 2007 empfehlen die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNAIDS die Beschneidung als ergänzende HIV-Präventionsmethode. Studien in afrikanischen Ländern hatten gezeigt, dass beschnittene Männer beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr ein um 60 Prozent niedrigeres Infektionsrisiko aufweisen.

2008: Am 30. Januar stellt die Eidgenössische Kommission für AIDS-Fragen in der Schweiz als erste Regierungsstelle offiziell fest, dass HIV-Positive bei sorgfältiger Einnahme ihrer Medikamente nicht ansteckend sind.

2010: Nach mehr als zwei Jahrzehnten heben die USA das seit 1987 geltende Einreiseverbot für HIV-Positive auf.

Quelle: Deutsche AIDS-Hilfe

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