Hintergrund: Trabant

Trabant 500
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Trabant 500

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13. Dezember 2010, 09:38 Uhr

Zwischen November 1957 und April 1991 wurden in Zwickau insgesamt 3.051.385 Fahrzeuge der Trabant-Baureihe produziert. Im Januar 2010 waren noch rund 35.000 Fahrzeuge in Deutschland registriert.

Der Name „Trabant“ wurde im Rahmen einer Umfrage gefunden; er bedeutet Begleiter oder Weggefährte. Der 500 cm³ große Zweitaktmotor des ersten Trabants leistete 18PS, dies war in den 1950ern für einen Kleinwagen akzeptabel. Die beiden Werke AWZ (vormals Audi) und Sachsenring (vormals Horch) fusionierten zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau. Seitdem zierte das geschwungene „S“ den Bug des Trabants.

Der ab 1959 auch als „Trabant 500“ bezeichnete Wagen wurde zunächst stetig weiterentwickelt, erhielt ein synchronisiertes Getriebe sowie einen neuen Motor, der weniger Schmiermittel benötigte (Gemisch 1:33 statt 1:25).

Mit dem Modelljahr 1963 wurde der Motor grundlegend überarbeitet. Der Hubraum wurde von 494 auf 599 cm³ erhöht und damit eine Leistungssteigerung auf 23 PS erreicht. DieserTrabant ließ sich durch den hinzugefügten Schriftzug „600“ am Heck erkennen.

1964 ging der Trabant 601in Serie. Er hatte geradere Linien und angedeutete Flossen am Heck, wurde 18 cm länger und 5 kg leichter.

Bei Sachsenring war eine Bauzeit des Trabant 601 bis 1967 vorgesehen. In der Zwischenzeit entwickelte man eine halbautomatische, elektrohydraulische Kupplung (Hycomat), einen verbesserten Motor mit 19,1 kW (26 PS) und eine hauptsächlich für die NVA vorgesehene „Kübel“-Variante, ab 1978 auch als zivile Variante „Tramp“ erhältlich. Der „Tramp“ war dem Export vorbehalten.

Zu dem für 1968 vorgesehenen Nachfolger kam es nicht.

Weitere Projekte in den 1970ern scheiterten, weil sie politisch nicht gewollt und wirtschaftlich schwer zu realisieren waren, wie der als P 1100/1300 bezeichnete Trabant, der als Dreitürer mit Fließheck ausgeführt war.

Erst Mitte der 1980er wurde von Volkswagen die Lizenz zum Nachbau eines Viertaktmotors erworben. Für den neuen Trabant blieb nur noch wenig Geld zur Erneuerung des Modells. Die modernisierte Technik verbarg sich in einem nur im Detail veränderten Äußeren. Als im Mai 1990 die Produktion des Trabant 1.1 in Serie ging, war der Vertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion bereits unterzeichnet. Dem Image und der Technik westeuropäischer Autohersteller hatte der Trabant nichts entgegenzusetzen.

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