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19. November 2017 | 22:49 Uhr

Hintergründe

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erstellt am 04.Apr.2013 | 07:20 Uhr

Wer hat Anspruch auf Gewinn?

Opfer der Lotto-Panne bei der Mittwochsziehung haben nach Expertenansicht keinen Anspruch auf entgangene Gewinne. Es habe sich um eine irreguläre Ziehung gehandelt, weil nicht alle 49 Kugeln gezogen wurden, so Rechtsanwalt Martin Jaschinski. Deshalb habe es keine andere Möglichkeit gegeben, als die Auslosung zu wiederholen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Landeslotteriegesellschaften sei zudem die Haftung bei unverschuldeten Störungen und Fehlfunktionen der technischen Geräte ausgeschlossen. Und was, wenn Lotto-Spieler ihren Schein nach der ersten Ziehung zerrissen und dann bei der Wiederholung doch gewannen? Pech für sie, denn: Der Gewinn wird nur an Inhaber vollständiger Lottoscheine ausgezahlt.

Was hilft als Trost?

Gerade noch auf dem Höhenflug, dann die unsanfte Landung: Wenn ein vermeintlicher Gewinn sich als ungültig erweist, ist der Frust groß. Gegen diesen Frust kann es helfen, sich trotzdem etwas zu gönnen. „Das kann etwas Beruhigendes haben“, sagte Peter Groß vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Als Trost für das entgangene Leben als Millionär könne sich der Betroffene einen Luxustag genehmigen, sagte Groß mit Blick auf die vermeintlichen Gewinner der Lottoziehung am Mittwochabend, bei der eine Panne die Zahlen ungültig machte. Auch bietet sich eine altbewährte Methode an: den Frust rauslassen, am besten beim Sport. „Bewegung drängt einen ins Hier und Jetzt“, erklärt Groß. Durch Sport lenke der Betroffene die Energie, die sonst in die kreisende Gedankenmühle flösse, um. „Wie schön wäre es gewesen, wenn...“ - diesem quälenden Gedanken entkommen Betroffene dadurch gut. Am Ende kann der Schock vom geplatzten Traum sogar Positives bewirken. Denn durch ihn könne der Betroffene sich über Wünsche bewusst werden, die er schon länger gehegt hat.

Wie funktioniert die Maschine?

In der Pannen-Maschine vom Mittwochslotto rollen seit Ende 2000 die Kugeln. Sie besteht neben der Trommel aus einem so genannten Schlitten, wie Clemens Buch von Lotto Rheinland-Pfalz erklärte. Auf dem Schlitten ruhen die 49 Kugeln vor der Ziehung - und zwar in den Löchern zweier übereinanderliegender Plexiglas-Scheiben. Vor der Ausspielung sind die Löcher der beiden Scheiben seitlich versetzt, so dass die Kugeln darauf liegenbleiben. Dann werden die Scheiben per Knopfdruck parallel gestellt, in der Regel fallen alle 49 Kugeln nach unten in einen Trichter und rollen von dort in die Trommel. Bei der Pannen-Ziehung am Mittwoch blieben zwei Kugeln hängen

Ist das Lotto-Image ruiniert?

Allein in Baden-Württemberg beschwerten sich einige hundert Menschen beim Lotto-Kundenservice. Wer sich nach der ersten Ziehung als glücklicher Gewinner wähnte, dürfte entrüstet sein. „Alle anderen lachen wahrscheinlich nur darüber“, sagte der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, Tilman Becker.

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