Splitter : Hier zu Hause: Drei „Zugezogene“ in Strohkirchen

Jan Schefe (vl.), Dirk Kanter und  Ramona Raschkowski
Jan Schefe (vl.), Dirk Kanter und Ramona Raschkowski

Hoffmann_passbild.jpg von
17. November 2015, 10:17 Uhr

324 Einwohner zählt Strohkirchen derzeit. Jan Schefe, Dirk Kanter und Ramona Raschkowski sind drei von ihnen, die in dieser kleinen Gemeinde ihr Zuhause gefunden haben. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie alle drei „Zugezogene“ sind, die jedoch auf unterschiedlichste Weise nach Strohkirchen gekommen sind.

Jan Schefe hat sich bereits früh entschieden nach Strohkirchen zu ziehen. Als junger Mann kaufte er sich hier ein denkmalgeschütztes Haus und zog von Hagenow in die Gemeinde Strohkirchen. Der 40-Jährige baute sich 1998 seine eigene Firma auf, eine Dachdeckerei, die mittlerweile zehn Mitarbeiter beschäftigt. Er ist angekommen in Strohkirchen und will auch nicht mehr weg: „Man findet hier so schnell Anschluss und die Akzeptanz und Toleranz der Bewohner ist großartig. Man wird überall mit eingebunden und jung und alt verstehen sich super und packen mit an“, erzählt der 40-Jährige.

Dirk Kanter kam durch den Fußball nach Strohkirchen. Der gebürtige Hagenower spielte von 1995 an im Fußballsportverein Strohkirchen, zwei Jahre später entschied er sich, seinen Zivildienst in der Gemeinde zu machen und ist seitdem hier zu Hause. Im Jahr 2011 übernahm er das Heizungs- und Sanitärunternehmen in der Gartenstraße. „Der Sport, das Vereinsleben und das gesamte Umfeld machen Strohkirchen einfach lebenswert. Einfach das Miteinander ist toll und wichtig.“

Für Ramona Raschkowski haben sich gleich mehrere Vorteile für Strohkirchen ausgesprochen. „Das Dorf liegt in der Mitte unserer Elternhäuser. Ich komme aus Hagenow und mein Freund aus Rastow“, erzählt die 34-Jährige. Wichtig waren auch viel Platz für die Pferde. Töchterchen Greta ist übrigens derzeit die jüngste Bewohnerin von Strohkirchen. Am 19. Oktober wird sie sechs Monate.

Tradition: Schnorren zu Faslam

Jeweils am ersten Sonntag im Jahr treffen sich die Junggesellen aus Strohkirchen, um ihren neuen Faslamsvater zu wählen. Er führt dann alle Junggesellen auf den rund drei Kilometer langen Schnorr-Rundgang durch Strohkirchen. Die Männer bewaffnet mit Körben und einigen Flaschen Hochprozentigem gehen von Haus zu Haus, um Eier, Speck und andere Naturalien sowie Geld zu schnorren. „An diesem Tag kommen schon bis zu 1500 Euro zusammen, die dann für die gesamte Veranstaltung genutzt werden“, erzählt Jan Schefe, der seit rund 20 Jahren in Strohkirchen zu Hause ist auch schon als Faslamsvater durchs Dorf zog. Begleitet wird die Gruppe von einer Blasmusikkapelle.

Faslam ist ein alter Brauch zur Wintersonnenwende, bei dem die Knechte und Mägde von Hof zu Hof zogen, um mit bunten Verkleidungen und viel Lärm den Winter zu vertreiben. Erschnorrte Speisen und Getränke dienten einem anschließenden Fest. Bis heute begeht Strohkirchen diese Tradition.

Schon gewusst: Das gibt es in Strohkirchen

Auch wenn der Fußballsportverein in Strohkirchen schon 51 Jahre alt ist, beliebt ist er noch immer – und erfolgreich! Im vergangenen Jahr ist die Männermannschaft aufgestiegen in die Landesklasse und die D-Jugend ist derzeit Tabellenführer. Auch an Nachwuchs mangelt es dem Verein nicht. „Wir haben gerade erst eine neue F-Jugend zusammengestellt, die auch schon im Spielbetrieb ist“, erzählt der Vereinsvorsitzende Jörg Flöter.

Ziemlich jung dagegen ist die Theatergruppe aus Strohkirchen, die sich im Jahr 2011 gegründet hat. Die zehn Mitglieder treffen sich einmal in der Woche und üben ihre teils selbst geschriebene Sketche und Stücke. „Wir haben derzeit jedoch Männermangel und suchen händeringend Unterstützung, damit wir auch alle Stücke aufführen können“, so Ute Bockentin aus der Theatergruppe. Weiter engagieren sich die Strohkirchener in ihrem Kulturverein, im Landfrauenverein, in der Freiwilligen Feuerwehr und in der Jagdgenossenschaft.

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