Ortsbeiratsvorsitzender : „Hier lässt es sich gut wohnen“

franz laube

Ortsbeiratsvorsitzender Franz Laube

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23. November 2015, 09:20 Uhr

Relativ zur Einwohnerzahl wohnen in Biestow die wenigsten Geschiedenen, nach Gehlsdorf die wenigsten Arbeitslosen, rund 60 Prozent sind verheiratet. Ist Biestow ein Spießerviertel?

Das würde ich nicht sagen. Biestow ist ein Ortsteil, in dem es sich gut leben und wohnen lässt und das spiegelt sich eben auch in anderen Angaben wider.

Wie würden Sie selbst das Viertel beschreiben?

Lebenswert, mit einem hohen Wohnkomfort, mit einem verhältnismäßig gut durchwachsenen Altersdurchschnitt und einer guten Infrastruktur, einem historischen Ortskern mit dem Mittelpunkt Kirche, einem Radweg, der von Berlin nach Kopenhagen führt – also im Prinzip alles vorhanden.

Am Südrand sollen noch zwei Wohngebiete entstehen. Wie bewerten Sie das?

Ja, am Ortsausgang beziehungsweise Richtung Satower Straße sollen zwei neue Wohngebiete entstehen. Das eine werden wir im Dezember im Ortsbeirat vorgestellt bekommen. Es trägt den Arbeitstitel „Wohngebiet Nobelstraße“ und soll auch über die Nobelstraße angebunden werden. Das zweite Gebiet ist aufgrund der geplanten Anbindung über einen sensiblen Bereich, der bereits mit einer hohen Verkehrsbelastung belegt ist, sehr umstritten und stößt im Moment auf Widerstand.

Wo ist die Anbindung denn geplant?

Über die Satower Straße, das ist aber wahrscheinlich zu kurz gesprungen für die Größenordnung, die dort gebaut werden soll. Und dann soll eine bisher noch nicht bestehende Querstraße kommen. Die Verkehrsuntersuchung dazu werden wir wahrscheinlich Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres zur Kenntnis bekommen.

Wann rechnen Sie damit, dass wirklich Häuser hochgezogen werden?

Ich schätze mal, im Wohngebiet Nobelstraße 2017 und im anderen etwa 2018.

Dann springt die Einwohnerzahl sprunghaft an. Folgen dann auch Schulen und Kitas?

Die Infrastruktur ist gegenwärtig noch nicht endgültig abgeschlossen. Es werden junge Familien sein, die einziehen. Da wird es hinsichtlich der Schulen Nachholbedarf geben, da sonst die Wege für die Kinder unzumutbar wären.

Verliert Biestow dann seinen dörflichen Charme?

Nein, das neue Gebiet wird sicher nicht anders werden als das Wohngebiet Biestow. Dort ist keine Hochbebauung vorgesehen, sondern ein allmählicher Übergang in die Landschaft, sodass der Charakter erhalten bleibt.

Rittmeister: Der Ortsbeirat hat die Erweiterung abgelehnt, die Bürgerschaft hat dem trotzdem zugestimmt...

Der Ortsbeirat hat es mehrheitlich abgelehnt, den Rittmeister in dem Volumen zu vergrößern. Er sieht rechtliche Bedenken hinsichtlich der Größe des Beherbergungsbetriebs in einem Wohngebiet. Dazu kommt: Die unmittelbaren Anlieger sehen sich in ihrer Ruhe durch den Lieferverkehr gestört. Der sonstige Verkehr ist nicht in den Größenordnungen, dass er belasten würde. Der erste vorhabenbezogene B-Plan wurde durch das Oberverwaltungsgericht gestoppt, ich gehe davon aus, dass wieder Klagen erhoben werden könnten.

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