Ortsbeiratsvorsitzender : „Hier gibt es eigentlich alles“

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Ortsbeiratsvorsitzender Werner Simowitsch

svz.de von
20. November 2015, 11:36 Uhr

Seit wann leben Sie in Stadtmitte?

In Rostock habe ich ab 1960 gearbeitet. Ich war Kapitän. Ab 1974 habe ich mit meiner Familie hier gewohnt, erst in Lütten Klein. 1985, als die Nördliche Altstadt fertig wurde, sind wir nach Stadtmitte gezogen und leben bis heute hier – in der gleichen Wohnung.

Warum sind Sie geblieben?

Hier gibt es eigentlich alles. Das ist ein großer Vorteil des Stadtteils.

Bekannt ist: Wohnungen in Stadtmitte sind rar und teuer. Hat sich das in den letzten Jahren verbessert?

Die Lage hat sich entschieden verbessert. Es ist jede Menge gebaut worden. Besonders hervorzuheben sind Sanierungen in der Altstadt, aber auch Neubauprojekte wie der Friedrich-Franz-Bahnhof. Was da noch nicht in Ordnung ist, ist der Verkehr. Im Petriviertel wollen alle wohnen und die, die es schon tun, sind sehr zufrieden. Die Holzhalbinsel wird bald fertig. Als Ortsbeirat legen wir Wert darauf, dass das Problem mit dem Parken bearbeitet wird und Straßen dort fertig werden, ehe Leute einziehen.

Es gibt also mehr Wohnraum, aber der ist teuer...

Ja, weil die Erschließungskosten teuer sind – wie im Petriviertel. Da hatte der Petribeirat noch darauf hingewiesen, dass der Verkauf günstig war, die Preise es auch sein könnten. Aber dort war die Erschließung sehr besonders. Fast alles steht auf Pfählen. Man muss aufpassen, dass nichts voll Wasser läuft. Unter zehn Euro kann man da nicht wohnen. Am Friedrich-Franz-Bahnhof war die Erschließung nicht schwierig, aber der Investor ist privat. Da kann man den Preis nicht beeinflussen.

Also ist preiswertes Wohnen nicht denkbar?

Ich glaube nicht daran, dass wir in Stadtmitte nochmal Sozialwohnungen haben. Gut wäre das Wiener Modell, bei dem Bauherren verpflichtet werden, einen bestimmten Anteil von Sozialwohnungen zu bauen. Aber das müsste für Rostock insgesamt passieren.

Welche Bauprojekte beleben den Stadtteil und welche sind ihm eher abträglich?

Alle beleben den Stadtteil. Entscheidend ist, dass wir keine Regelverstöße zulassen und dass einigermaßen hanseatisch gebaut wird.

Was ist mit dem Glatten Aal?

Die Diskussion darum ist eigentlich abstrus, weil dort schon mal etwas sehr ähnliches genehmigt wurde. Das sind aber keine hanseatischen Häuschen.

Und zudem soll ein Boardinghouse rein...

Das ist noch nicht gesagt. Wir möchten, dass mindestens die Hälfte Wohnungen werden. Das wird noch geklärt.

Ist nicht die Gefahr, dass sich der Stadtteil baulich zu sehr verdichtet?

Die ist da. Aber die Stadt ist ja verpflichtet, Grundstücke, die sie nicht benutzt, zu verkaufen. Früher war das auch alles bebaut. Beim Rosengarten wird darauf geachtet, dass das dafür nicht so kompakt wird.

Welchen Herausforderungen muss sich Stadtmitte in den nächsten Jahren stellen?

Wir betrachten als nächstes den Glatten Aal, das Baugebiet Rosengarten. Da müssen wir Linie reinkriegen. Fürs Theater am Bussebart macht die RGS gerade eine Grobplanung. Wir hoffen, dass die Bedürfnisse des Weihnachtsmarktes trotzdem berücksichtigt werden. Aber da sind wir dran. Für die Nordkante kommt ein Masterplan. Dann liegt uns die Sanierung der Wallanlagen am Herzen. Für mich sind die nämlich mehr eine Parkanlage, kein naturbelassener Wald.

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