Hier geht’s um die Wurst!

Konkurrenten: Hasan Akin, Betreiber einer eigenen Imbissbude, und Roland Westphal  von „Wurstking Klimmer“ werben mit Niedrigstpreisen um Kunden. Fotomontage: zvs
Konkurrenten: Hasan Akin, Betreiber einer eigenen Imbissbude, und Roland Westphal von „Wurstking Klimmer“ werben mit Niedrigstpreisen um Kunden. Fotomontage: zvs

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05. Februar 2008, 07:54 Uhr

Rostock - Drei Bratwürste für einen Euro. Klingt komisch, ist aber so. Seitdem vis-à-vis von Hasan Akins Dönerstand in Toitenwinkel eine Wurstbude aufgemacht hat, drückt er seine Preise. Und die Konkurrenz zieht mit. Es geht um die Wurst.

Hasan Akin steht seit eineinhalb Jahren täglich in seiner Imbissbude an der Toitenwinkler Salvador-Allende-Straße. Er lässt Hähnchen brutzeln, verkauft Döner, Bratwurst und Pommes. So weit, so gut – bis zum November vergangenen Jahres. Da baute jemand gut drei Meter gegenüber auch eine Bude auf. „Sicher nur zum Glühwein verkaufen über Weihnachten“, denkt Akin da noch und reist für vier Wochen in die Türkei.

Als er wiederkommt, ist die Bude immer noch da. Und sie bleibt. Denn Ralf Klimmer hat hier seinen mittlerweile siebenten Imbiss in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet. „Ich habe den Platz ganz normal seit dem 1. Dezember gepachtet“, sagt er. Dass da noch ein anderer Imbiss ist, habe er damals gar nicht gewusst. Jetzt stünden eben zwei Stände gegenüber. Klimmer habe damit kein großes Problem, „denn wer einen Döner essen will, isst doch keine Bratwurst.“

Bratwurst verkauft aber auch Hasan Akin. „Früher hat bei mir eine Bratwurst einen Euro gekostet“, sagt er – genau wie der Standard-Preis bei Klimmer gegenüber. Daraufhin senkte Akin die Preise, bietet jetzt sogar drei Würste für einen Euro an. Dabei verdeine er gar nichts mehr. Er macht es aber trotzdem, „weil ich meine Kunden nicht verlieren will“. Klimmer verteidigt seinen Euro-Tarif: „Das kostet eine Wurtst bei mir überall, auch in den anderen Imbissen, ich hab das hier nicht extra billig gemacht“, sagt er. Er habe nur mitgezogen, als die Konkurrenz verbilligte. An seiner Wurstbude bekommt man jetzt zwei Bratwürste für 1,20 Euro. Und Klimmer hat neuerdings Pommes mit in sein Sortiment genommen. Die verkauft auch Akin. Ansonsten aber gibt es im Essensangebot keine Überschneidungen.

Wohin das Ganze führen soll? Klimmer mache sich darüber keine Gedanken. Und Akin wisse nur, dass er seine Preise wohl weiter so günstig lassen muss. „Wäre der Stand ein Stück weiter weg, aber so Auge in Auge, das geht einfach schlecht.“

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