"Heute wäre so was nicht mehr möglich"

23-53103346_01.jpg

von
31. Mai 2013, 11:50 Uhr

Mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sprach Andreas Herholz.

Nur noch 230 Organspenden in Deutschland im ersten Quartal des Jahres und damit trotz Gesetzesreform 51 weniger als im gleichen Zeitraum 2012 - worauf führen Sie den Rückgang zurück?

Bahr: Die Entwicklung stagniert, weil die Menschen noch von den 2012 bekannt gewordenen Manipulationen in einzelnen Kliniken verunsichert sind. Wir haben daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen. Heute wäre so was nicht mehr möglich. Wir haben die Kontrollsysteme verschärft. Es kann nicht mehr ein Arzt allein über die Wartelistenposition entscheiden. Es gibt unangemeldete Prüfungen in den Transplantationszentren. Die Regeln in Deutschland sind heute so scharf wie in keinem anderen Land. Es wird noch in dieser Legislaturperiode weitere Gesetzesänderungen geben. Die Richtlinien werden von uns rechtlich geprüft und die Manipulation an einer Warteliste wird unter Strafe gestellt. Nach den Skandalen braucht es natürlich auch Zeit, um verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Mit unserer neuen Kampagne werben wir jetzt verstärkt für Organspenden.

Aber auch nach der Reform bleibt das Werben um Organspender bisher ohne Erfolg.

Viele Menschen verdrängen offenbar das Thema. Sie müssen wir erreichen. Die Krankenkassen schreiben seit November 2012 alle Versicherten an. Sie informieren und stellen Organspendeausweise zur Verfügung. In unserer aktuellen Kampagne helfen jetzt auch Prominente mit, das Thema in die Familien zu tragen. Jeder sollte sich einen Ruck geben. Jeder, der sich entscheidet, ob dafür oder dagegen, entlastet damit auch seine Angehörigen, die dies sonst für ihn im Todesfall tun müssen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen