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Heißester Tag des Jahres: Sommerland Deutschland

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erstellt am 19.Aug.2012 | 06:21 Uhr

Offenbach/Berlin/Rostock | Spät, aber voller Wucht: Mit Sahara-Hitze von fast 40 Grad hat der Sommer Deutschland gestern den bisher heißesten Tag des Jahres geboten. "Der Samstag war die Ouvertüre, der Sonntag der Hauptakt", sagte Meteorologe Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst. Bereits am Vormittag kletterten die Temperaturen vor allem im Westen auf über 36 Grad - so in Gütersloh, Andernach am Rhein und Michelstadt im Odenwald. Den Takt für den scharfen Sommer-Rhythmus am vorletzten Augustwochenende gaben Hoch "Achim" und Tief "Xenja" an: Sie sorgten für den Zustrom sehr heißer Luft aus Afrika nach Deutschland. Die Menschen zog es millionenfach ins Freie. Freibäder, Badeseen, Küstenorte und die Inseln in Nord- und Ostsee waren überfüllt, ebenso Biergärten, Straßen- und Eiscafés. Zugleich wurden Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte in Alarmbereitschaft versetzt - sollten manche die Hitze nicht vertragen.

Ob am Wochenende auch eine historische Hitze-Bestmarke erreicht wird, war gestern noch nicht abzusehen. "In Einzelfällen wahrscheinlich schon, in der Breite nicht unbedingt", sagte Meteorologe Hoffmann. In der kommenden Woche sollen die Temperaturen jedoch wieder leicht fallen.

Im Norden kam am Sonntag die Abkühlung vom Himmel: Bereits am Morgen habe es auf Sylt, in St. Peter-Ording und in Flensburg kurze Schauer und vereinzelt auch Gewitter gegeben, berichtete ein DWD-Sprecher.

Der Hitzeschub führte bereits zu Waldbrandgefahr in Deutschland. So flogen in Hessen und Bayern Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz zusätzliche Einsätze, um Brandherde rechtzeitig zu erkennen. Auch in Brandenburg und Niedersachsen herrschte mittlere bis hohe Waldbrandgefahr.

In den Waldbrandregionen Südeuropas konnten die Einsatzkräfte am Wochenende einige gefährliche Feuer unter Kontrolle bringen. Im Garajonay-Nationalpark auf der spanischen Kanaren-Insel La Gomera versuchten die Löschmannschaften mit Hilfe von Schneisen zu verhindern, dass sich der verheerende Brand weiter ausbreitet. Nach Angaben der Behörden loderten kaum noch offene Flammen, allerdings wurde die Glut am Boden noch nicht beherrscht. Auf der griechischen Insel Chios hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben am Sonntag die meisten Feuerfronten teils unter Kontrolle.

Am bislang wärmsten Tag des Jahres sind in Mecklenburg-Vorpommern unterdessen tausende Menschen zum Sonnen und Flanieren an die Küste gefahren. Bereits gegen 10.30 Uhr staute sich der Verkehr auf der Rostocker Stadtautobahn 103 in Richtung Warnemünde auf rund vier Kilometer, berichtete eine Sprecherin des Rostocker Polizeipräsidiums. Auch die Parkplätze in Warnemünde waren bis dahin schon bis zu 80 Prozent ausgelastet. Am Mittag waren dann alle Parkplätze in Küstennähe im gesamten Gebiet belegt. Ostseebäder und alles in Strandnähe sei dicht, so die Sprecherin.

Die Tourismus-Branche profitierte von dem sonnigen Wetter. "Wir verzeichnen dieses Wochenende den größten Zustrom", berichtete der Geschäftsführer des Tourismusverbands MV, Bernd Fischer. Insgesamt seien über das Wochenende rund 800 000 Besucher im Land zu Gast, die Hälfte davon seien Tagesausflügler, so Fischer.

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