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24. November 2017 | 10:36 Uhr

Splitter : Heimatkunde in der alten Schule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 10:12 Uhr

Einst drückte Karin Koch in diesem Backsteinbau die Schulbank. Jetzt führt sie Besucher, die etwas über den Mallisser Bergbau, über die Geschichte der Kalisser Papierfabrik oder geologische Funde erfahren wollen, durch die Räume. Das Haus in der Kalisser Karl-Marx-Straße ist seit 23 Jahren Regionalmuseum. „Zu verdanken haben wir es meinem damaligen Lehrer Jochen Bötefür“, erklärt Karin Koch. „Als er in Rente ging, schlug er der Gemeinde vor, das Haus zu kaufen, und richtete das Museum ein.“ Dort fanden auch all die Fossilien einen Platz, die er in den Jahrzehnten zuvor gefunden und bis dahin in seinem Wohnhaus aufgehoben hatte. Der inzwischen verstorbene Heimatforscher gestaltete Schautafeln zu Bodenschätzen, zimmerte den Eingangsbereich zu einem Bergbauschacht nach…

Inzwischen besuchen jährlich mehr als 300 Besucher das kleine Museum. „Dabei haben wir ja nur fünf Monate im Jahr vier Stunden pro Woche geöffnet“, sagt Karin Koch, die auch den Kalisser Jugendklub betreut und ein bisschen „Mädchen für alles“ ist. Ab 1. Mai wird sie wieder häufiger in ihrer früheren Schule anzutreffen sein. Dann ist das Museum mittwochs von 14 bis 16 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet – auf Anfrage auch darüber hinaus.

„Zu Hause fühle ich mich nur hier“

Juliane Grünfeld kehrte nach Neu Kaliß zurück und pendelt nun zur Arbeit nach Hamburg

„In der Stadt zu wohnen, hat auch Vorteile“, sagt Juliane Grünfeld, fügt aber schnell hinzu: „Aber richtig zu Hause fühle ich mich nur hier.“ Und so war der Kalisserin eigentlich von Anfang an klar, dass sie nicht ewig in Hamburg bleiben würde. 2005 war sie zur Ausbildung in die Hansestadt gegangen, schon drei Jahre später zog sie wieder zurück. Auch der Liebe wegen. Denn ihr Freund Philipp Köhn, den sie – wie könnte es in Kaliß anders sein – beim Karneval kennengelernt hatte, lebte hier. „Wir sind beide eher Landmenschen“, sagt der in Conow aufgewachsene 32-Jährige. „Hier kennt jeder jeden, und beim Hochwasser hat man gesehen, wie das Dorf zusammenhält.“ Vor zwei Jahren zogen sie ins eigene Haus im Wohngebiet „Hauskoppel“.

Juliane Grünfeld nimmt für das Leben in Neu Kaliß, in der Nähe von Freunden und Familie, einen langen Weg zur Arbeit in Kauf. Um weiterhin in Hamburg arbeiten zu können, sitzt die Speditions- und Logistikkauffrau morgens und abends jeweils anderthalb Stunden im Auto und in der Eisenbahn. „Über die Jahre sind viele Zugfreundschaften entstanden, so dass es nie langweilig wird“, sagt sie. Trotzdem hat sie auch in der Region schon nach einem Job geschaut. „Aber selbst unter Berücksichtigung geringerer Fahrkosten und höherer Lebensqualität findet man nichts Akzeptables.“ So geht es offenbar vielen Menschen. „Zu Anfang bin ich fast allein gependelt, aber inzwischen fahren so viele Leute nach Hamburg…“

Philipp Köhn braucht keinen Zug und nicht viel Zeit, um zur Arbeit zu kommen. Er ist nur wenige Kilometer entfernt in der Papierfabrik in Heiddorf tätig. Vielleicht lässt er das Auto bald sogar ganz stehen. „Ich habe gerade eine Vespa bekommen, die ich zusammen mit meinem Nachbarn wieder fit mache“, sagt der 32-jährige Elektriker.

Im Moment bleibt auch Juliane der anstrengende Weg zur Arbeit erspart. Sie ist zu Hause, weil im Januar Töchterchen Mila geboren wurde. Möglicherweise wird sie auch nach dem Babyjahr weiter nach Hamburg pendeln – „dann arbeite ich aber vielleicht ein bisschen kürzer“, so die junge Mutter.

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