Heidi Klum lädt wieder zum Zickenkrieg

Heidi Klum (M.) zusammen mit Jennifer Hof (l.) und Barbara Meier - zwei Gewinnerinnen der Fernseh-Castingshow 'Germanys Next Topmodel'. Bild: ddp
Heidi Klum (M.) zusammen mit Jennifer Hof (l.) und Barbara Meier - zwei Gewinnerinnen der Fernseh-Castingshow "Germanys Next Topmodel". Bild: ddp

Nachwuchsmodels im Trainingslager: Ab Donnerstag kämpfen 20 Kandidatinnen wieder um den Sieg bei "Germanys Next Topmodel". Die vierte Staffel wartet mit Neuerungen auf - und mit einigen Ekel-Aufgaben.

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11. Februar 2009, 07:16 Uhr

München (ddp) - Unerbittlich und mit ernster Miene wird Heidi Klum die entscheidenden acht Worte wieder verkünden: «Ich habe heute leider kein Foto für dich.» Tränen werden fließen bei den ausgeschiedenen Kandidatinnen, Ellbogen werden zum Einsatz kommen bei denen, die weiterkommen: Zum vierten Mal sucht Klum mit ihrer ProSieben-Castingsendung ab Donnerstagabend (20.15 Uhr) wieder nach «Germanys Next Topmodel». Mehr als 21 000 junge Frauen haben sich um eine Teilnahme an der Sendung beworben. Die Aufgaben sollen es erneut in sich haben. Von «kleinen braunen Krabbeltierchen», mit denen es die Mädchen zu tun bekämen, schreibt etwa die Zeitschrift «Cosmopolitan», die traditionell das erste Coverfoto der Siegerin druckt.

Einiges mussten schon die Vorgängerinnen über sich ergehen lassen: Sie liefen an Hochhäusern entlang, bedeckten sich mit stinkenden Fischhäuten oder posierten mit Vogelspinnen und Würgeschlangen für den Fotografen. Die Erwartungen von Klum an die Neuen waren angesichts dieses Informationsvorsprungs groß. Sie habe gehofft, dass die Mädchen «etwas fortgeschrittener» seien. «Aber es ist doch etwas anderes, wenn man dann selbst dabei ist, als wenn ich zu Hause vor dem Fernseher sitze und glaube, alles besser zu können», sagt Klum etwas streng - wie man die 35-Jährige öfter in der Sendung erlebt.

Die neue Staffel wartet mit einigen Neuerungen auf: So wird es kein Modelhaus mehr in Deutschland geben. Ihrer Familie zuliebe hat Klum die Sendung in ihre Wahlheimat USA verlagert: «In Los Angeles ist unser Zuhause. Leni und Henry gehen beide in die Schule und haben so langsam einen normalen Rhythmus gefunden, was wir sehr wichtig finden», betont die dreifache Mutter und Ehefrau von Sänger Seal. Erneut stünden auch viele Reisen auf dem Programm, fügt sie hinzu.

«Viele Mädchen ohne Modelpotenzial»

Die Vorauswahl der Bewerberinnen fand erstmals nicht allein hinter den Kulissen statt, sondern es wurden offene Castings in Düsseldorf und München veranstaltet, die auf reges Interesse stießen. Insgesamt knapp 2500 Mädchen stellten sich Klum und ihren Jury-Kollegen Peyman Amin - dem strengen Modelagenten - und Rolf Scheider - dem überschwänglichen Castingdirektor mit französischem Akzent - vor. Es habe auch «unheimlich viele Mädchen» gegeben «ohne Modelpotenzial, ohne die richtige Größe, die richtige Figur, ohne Ausstrahlung», berichtet Klum.

Die erste von insgesamt 16 Folgen inklusive Finale widmet sich der Castingrunde in Düsseldorf. Den Sprung unter die letzten 20 hat eine andere Kandidatin automatisch geschafft: Die 16-jährige Larissa aus Kärnten in Österreich ist gerade zu «Austrias Next Topmodel» gekürt worden und damit automatisch bei der deutschen Show gesetzt. Ein Vermittlungsproblem beim Zuschauer, falls Larissa nun auch «Germanys Next Topmodel» würde, sieht ProSieben nicht: »In allen Staffeln waren Kandidatinnen aus Österreich, der Schweiz oder Luxemburg dabei. Die Beste gewinnt«, betont eine Sprecherin.

Moderiert wurde »Austrias Next Topmodel« beim kleinen Sender Puls 4, der zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehört, von Klums erster Gewinnerin Lena Gercke. Genau wie ihre Nachfolgerinnen Barbara Meier und Jennifer Hof, die sich inzwischen nur Jenny KL nennt, kann sie zwar über einen Mangel an Aufträgen nicht klagen. Vom Titel Topmodel sind sie aber alle drei noch entfernt.

Informationslecks bereiten Kopfzerbrechen

Den großen Erfolg müssten sie sich durch viele Castings im Ausland erarbeiten, sagt Klum dazu. In Deutschland sei der Sieg in ihrer Show zwar etwas Besonderes. »Im Ausland interessiert das aber «niemanden, da lebt man das Leben eines Models, oder auch nicht.» Sie selbst habe nach vergeblichen Startversuchen in Deutschland schließlich ihre Koffer gepackt und sei «für immer» ins Ausland gegangen. «Diese Entscheidung kann ich niemandem abnehmen», mahnt sie.

Kopfzerbrechen bereitet Klum, dass nach einer »geheimen Liste« im Vorjahr auch diesmal Entscheidungen vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangt sind. Die »Bild am Sonntag« veröffentlichte ein Bild, das offenbar die letzten sieben Kandidatinnen zeigte. »Wo immer wir drehen, haben wir Security, aber es gibt immer wieder welche am Set, die von Zeitungen dafür bezahlt werden, unsere Mädchen vorzeitig preiszugeben«, kritisiert Klum.

Dass sich Topmodel-Kolleginnen wie Tatjana Patitz oder Julia Stegner skeptisch über ihre Castingsendung geäußert haben, nimmt sie indes gelassen. »Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, wie er es ins Modelgeschäft geschafft hat.» Bei den Zuschauern kam die Show bislang bestens an: In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei durchschnittlich 23,3, Prozent. Sicher ist darum bereits jetzt: Es wird eine fünfte Staffel geben.

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