zur Navigation springen

Splitter : „Haus Zuflucht“ hilft seit 25 Jahren Suchtkranken

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 07:00 Uhr

Dieter Weber repariert in der Holzwerkstatt einen Tisch. Jeder Handgriff des 54-Jährigen aus Rheinland-Pfalz sitzt. Die Arbeit gehört zur Therapie, denn Weber ist alkoholkrank. „In 16 Jahren gingen zwei Therapien gegen den Baum“, erzählt er . Gegen das kämpft er im „Haus Zuflucht“ in Groß Upahl. Dieter Weber belegt einen von 30 Plätzen, die die Vor- und Nachsorgeeinrichtung der Evangelischen Suchthilfe gGmbH Schwerin für suchtkranke Frauen und Männer vorhält. Dieses Jahr besteht sie 25 Jahre.

Die Therapie dauert sechs Monate. Im Kampf gegen die Drogenabhängigkeit hat die Einrichtung ein strukturiertes Tagesangebot mit Einzel- und Gruppengesprächen, Arbeitstherapie, Sport und Wassertherapie. Die Frauen und Männer kochen auch das Essen. „Der Tagesablauf ist realitätsnah. Dabei sollen Geist und Körper eine Einheit bilden“, sagt Leiterin Angela Langer. Die acht Mitarbeiter bzw. Therapeuten leisten eine sehr schwere Arbeit. Die Sozialpädagogin sieht ein Ziel erreicht, wenn die Frauen und Männer in ein betreutes stationäres Wohnen oder in eine eigene Wohnung mit ambulanter Betreuung entlassen werden und sie mit einer „zufriedenen Abstinenz“ leben. Langer ist aber auch Realist. Der Suchtbericht 2014 bestätigt: Die Suchtkranken werden nicht weniger, immer jünger sowie kränker und morbider. Auch nimmt die Vielfalt der Drogen zu. Neu ist Mediensucht. Droge Nummer 1 ist weiter der legale Alkohol. Langer kritisiert daher, dass das Alkoholproblem in der Prävention immer noch ein Stiefkind ist.

Marcus Petsch im Gespräch mit Sebastian Schlottmann. Der 26-jährige Güstrower ist seit 2006 in der Firma, in der er Landmaschinenmechaniker gelernt hat. Das Unternehmen trägt das Gütesiegel „Bester Ausbildungsbetrieb“.
Marcus Petsch im Gespräch mit Sebastian Schlottmann. Der 26-jährige Güstrower ist seit 2006 in der Firma, in der er Landmaschinenmechaniker gelernt hat. Das Unternehmen trägt das Gütesiegel „Bester Ausbildungsbetrieb“.
 

Im Fünf-Minuten-Abstand im Wettbewerb

Die Mecklenburger Landtechnik GmbH wurde 2000 in Mühlengeez gegründet. Sie hat 80 Mitarbeiter, darunter 19 Azubis, in vier Standorten: Kritzkow, Teterow, Reddelich und Mühlengeez. Sebastian Schlottmann, seit 2008 Geschäftsführer, konstatiert im Schnitt der Jahre ein zehnprozentiges Wachstum. „Wenn der Umsatz 2016 das Vorjahresniveau erreicht, sind wir zufrieden“, sagt er. Kernbereiche sind Vertrieb, Service und Ersatzteilversorgung. „Wir halten in der Werkstatt für alle Maschinen und für alle Kunden einen 24-Stunden-vor-Ort-Service mit 25 Werkstattwagen vor. Das braucht man, um im Wettbewerb um mehr Marktanteile zu bestehen“, betont der Geschäftsführer. Wie hoch der Druck gerade in Mühlengeez ist, erklärt er mit diesem Beispiel: „Wir haben hier im Fünf-Minuten-Abstand vier Wettbewerber.“ Darauf stellt sich das Unternehmen ständig ein. „Wir haben z.B. 2014 eine neue Werkstatt mit 620 Quadratmetern und einer Krananlage gebaut. 700 000 Euro haben wir dafür investiert“, berichtet Schlottmann. Außerdem ist in Mühlengeez der Vertrieb von Gebrauchtmaschinen konzentriert.
Zu kämpfen hat auch die Mecklenburger Landtechnik GmbH mit dem Problem des schwankenden Investionsvolumens in der Landwirtschaft. „Das hängt von den Erzeugerpreisen ab“, weiß Schlottmann.

Katharina und Rolf-Rüdiger Olbrisch vor ihrem Gutshaus
Katharina und Rolf-Rüdiger Olbrisch vor ihrem Gutshaus
 

Gutshaus ein Ort der Vielfalt

Das Gutshaus Langensee von Katharina und Rolf-Rüdiger Olbrisch ist ein Ort der Vielfalt. 1991 bauten der gebürtige Rostocker und die Schwedin das denkmalgeschützte Gebäude von 1798 aus. Die Hausfrau mit vier Kindern und der plastische Chirurg, jetzt in Berlin zu Hause, fanden in Langensee 1994 einen neuen Familienmittelpunkt. Immer Ostern und Weihnachten trifft sich die ganze Familie dort. Das Gutshaus und die Alte Schmiede nebenan, die der Sohn ausbaute, beherbergen acht Ferienwohnungen. Im Frühjahr und Herbst öffnet sich das Gutshaus für Hochzeitsgesellschaften. Entdeckt wurde das Haus auch von den Festspielen MV. Seit sieben Jahren laden Olbrischs für eine Ferienwoche im Sommer sozial belastete Kinder und Jugendliche aus einer Johanniter-Einrichtung in Finsterwalde zu einem Camp ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen