Hanseuni am Ende

Hanseuniversität gestoppt: Ehrgeiziges Vorhaben steht vor der Schließung. Foto:Ove Arscholl
Hanseuniversität gestoppt: Ehrgeiziges Vorhaben steht vor der Schließung. Foto:Ove Arscholl

Rostocks Hanseuniversität steht kurz vor dem Aus. Die Investoren zweifeln wohl mittlerweile die Erfolgsausichten an. Eine Folge: Für die drei einzigen Studenten hat die private Hochschule im Wintersemester die Hörsäle gar nicht erst geöffnet.

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06. Januar 2009, 10:26 Uhr

Warnemünde | Die private Hanseuniversität scheint am Ende zu sein. Die Hörsäle sind schon im laufenden Wintersemester geschlossen und werden es wohl auch bleiben. Die Hochschule habe ihren Betrieb momentan stillgelegt und werde ihn voraussichtlich ganz einstellen, heißt es vom Präsidenten Prof. Wolf Schäfer. "Der Grund liegt in der kaufmännischen Disposition des Investors Educationtrend", teilt er weiter mit. Grabesstimmung breitet sich seitdem im akademischen Team der Einrichtung aus.

Mit ehrgeizigen Zielen waren Investoren und Hochschulleitung noch ins Wintersemester 2007 gestartet. 700 Studenten sollten in einigen Jahren an der Uni eine praxisnahe Ausbildung erhalten.

Nur drei von 100 erwarteten Studenten7500 Euro Studiengebühren verlangte die Hochschule pro Semester und Student. Ein Arbeitsplatz sei nach Abschluss garantiert, meinte Geschäftsführer Christoph Abmayr noch. Doch schon zu diesem Zeitpunkt befand sich die Organisation in der Talfahrt.

Die Studentenzahlen rutschten weit unter die Erwartungen. Anfangs gab es 70 Bewerbungen. Doch nach einem anspruchsvollen Auswahlverfahren hatten sich für das Pilot-Fach "Business Administration" zu Beginn vor zwei Jahren nur fünf junge Erwachsene eingeschrieben. Mit bis zu 100 Anmeldungen hatten die Verantwortlichen zuerst gerechnet. Zwei Studenten sprangen dann ab, drei blieben. 20 Gasthörer sollten die Lehrveranstaltungen anfangs noch zusätzlich besuchen.

Damals erklärte Geschäftsführer Abmayr die in letzter Minute gegebene Zulassung für die Privatschule zur Ursache. Die anfangs positive Stimmung kippte innerhalb eines Jahres. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Hamburger Investor stoppte er in der Konsequenz die Einschreibung fürs derzeit laufende Wintersemester. Fast nur Professoren betraten daraufhin das Unigebäude im Herbst 2008. Die Forschungen liefen weiter.

Ende des Jahres beruhigten die Verantwortlichen noch mit einer angekündigten Neuausrichtung die Gemüter der Mitarbeiter. Doch konkret umgesetzte Pläne lassen weiterhin auf sich warten.

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