Härter durchgreifen

svz.de von
17. Juli 2012, 08:21 Uhr

Sie geloben Besserung, wieder einmal: Die mächtigen Chefs der deutschen Profi-Fußball-Clubs wollen künftig noch entschiedener gegen Gewalt rund um Ligaspiele vorgehen. Gut fünf Wochen noch, bis der Ball wieder rollt. Gut fünf Wochen noch bis zur nächsten Bewährungsprobe. Nulltoleranz gegenüber Randalierer und eine härtere Gangart gegenüber angeblichen Fans, die nur Gewalt als Ziel haben, lässt sich auf Sicherheitsgipfeln und Spitzentreffen mit der Politik leicht versprechen. Entscheidend ist, was in der Praxis aus solchen Versprechungen wird. Was die Fußballbosse dem für den Sport zuständigen Bundesinnenminister gestern in die Hand versprachen, ist grundsätzlich nichts Neues. Zuletzt brannten jedes Wochenende bengalische Feuer auf den Rängen und es drängte sich der Eindruck auf, dass die Sicherheitsdienste der Vereine dagegen immer noch viel zu lasch vorgehen, lieber mal ein Auge zudrücken. Ganz zu schweigen von der blamablen Vorstellung, die Ordner und Polizei Mitte Mai beim Relegationsspiel in Düsseldorf abgegeben haben, als Krawall-Fans den grünen Rasen stürmten.

Solche Chaos-Bilder dürfen sich in der bevorstehenden Saison und darüber hinaus nicht wiederholen. Die Vereine müssen daher vor Saisonstart noch einmal ihre Sicherheitskonzepte überprüfen und sie dürfen auch nicht zögern, von der härtesten aller Sanktionen für Randalierer - dem Stadionverbot - auch Gebrauch zu machen. Durch die Führungsetagen des deutschen Profifußballs - ausdrücklich nicht nur der ersten Liga - muss jetzt ein Ruck gehen. Sonst drohen zu Recht Konsequenzen. Die Forderung nach einem Stehplatz-Verbot könnte schneller wieder auf den Tisch kommen als es Fans und Vereinen lieb sein kann.

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