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19. Oktober 2017 | 20:29 Uhr

Gut, aber auch gut genug?

vom

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2012 | 09:34 Uhr

Gute Noten für Deutschlands Grundschüler. Die neuen Studien Iglu über die Lesefähigkeit und Timss über die Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften zeigen, dass sie im internationalen Vergleich im oberen Drittel rangieren. Doch gibt es laut Expertenanalysen nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Wie wirksam waren die Reformen der Grundschulen in den vergangenen Jahren? Hintergründe zu den Ergebnissen von Andreas Herholz.

Was genau wird im Rahmen der Studien untersucht?

Alle fünf Jahre werden mit der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (Iglu) die Lesefähigkeiten von Viertklässlern in Grundschulen von 45 Staaten geprüft. Die Studie Timss (Trends in International Mathematics and Science Study) soll dagegen Aufschluss über das Niveau der Viertklässer in Mathe und Naturwissenschaften geben.

Deutschland beteiligt sich an Iglu seit 2001 und an Timss seit 2007 als Konsequenz der schlechten Ergebnisse der Pisa-Bildungsstudie teil. Hierzulande wurden an 197 Schulen 4000 Schüler getestet.

Wie ist das Niveau der deutschen Grundschüler?

Beim Rechnen, Lesen und im Bereich Naturwissenschaften liegen deutsche Viertklässler weit über dem internationalen Durchschnitt im oberen Drittel der teilnehmenden Staaten. Bei den Naturwissenschaften landet Deutschland auf Platz 9, im Bereich Mathematik auf 14 und beim Lesen auf Platz 13.

An der Iglu-Spitze rangieren Hongkong, Finnland und Russland. Im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften liegen Singapur und Südkorea vorn.

In welchen Bereichen sind die deutschen Grundschulen besonders erfolgreich?

Besonders lobend heben die Forscher vor allem folgende Punkte hervor: Die deutschen Grundschüler lesen gerne und viel. Von Lesemuffeln offenbar keine Spur. Lediglich elf Prozent lesen nie außerhalb der Schule. "Das ist eine große Leistung unserer Grundschulen und auch unserer Elternhäuser", würdigt Studienleiter Wilfried Bos die Anstrengungen in Deutschland.

Wo hapert es besonders im internationalen Vergleich?

Glaubt man der Kultusministerkonferenz, sind die Defizite der Grundschüler mit Migrationshintergrund trotz aller Fortschritte weiterhin erheblich. Noch immer gibt es einen hohen Anteil an "Risikoschülern" an deutschen Grundschulen. Mehr als ein Sechstel der Zehnjährigen können nicht richtig lesen, verstehen Texte nicht. Ein Fünftel der Schüler scheitert auch an einfachen Rechenaufgaben.

Weiterhin ein großes Problem: Kinder aus sozial schwachen Familien erzielen in der Regel schlechtere Schulleistungen und haben damit geringere Aufstiegs- und Berufschancen.

Auch dass es im internationalen Vergleich weniger Kinder im obersten Leistungsbereich gebe, sei Grund zur Sorge.

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