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Grundregeln für die Altersvorsorge an der Börse

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erstellt am 19.Jul.2011 | 06:37 Uhr

Wer für die Altersvorsorge sparen will, steht oft vor der Frage, wie er das angehen soll. Von der Börse haben viele Anleger Abschied genommen, weil ihnen das Risiko zu groß ist. Dabei ist die Börse - allen Schwankungen zum Trotz - immer noch das wichtigste Instrument bei der Altersvorsorge. Denn die Börse bietet beste Renditechancen, wenn Anleger einen langen Atem haben, überlegt investieren und vor allem die weit verbreitete Börsenangst hinter sich lassen.

Auf Nummer Sicher gehen Anleger, wenn sie sich nach dem Kauf der Wertpapiere absichern. Schon direkt nach dem Kauf kann eine sogenannte Stopp-Loss-Marke gesetzt werden, bei deren Erreichen das Papier automatisch verkauft wird. Setzen Sparer diese Marke gleich beim Einstieg zum Beispiel 20 Prozent unter dem Einstiegskurs, werden sie nie mehr als diese 20 Prozent verlieren, weil das Papier bei Erreichen der Marke automatisch verkauft wird. Diese Stopp-Loss-Marke ziehen Anleger im Idealfall dann langsam nach, wenn die Kurse steigen. Ist zum Beispiel ein Fonds 30 Prozent im Plus, wird die Marke bei plus 20 Prozent gesetzt - so sind Anleger weiter dabei, wenn der Kurs steigt, wenn er jedoch fällt, steigen sie automatisch aus und haben ihren Gewinn sicher.

Wichtig auch für Anleger: Sie sollten die Anzahl ihrer Investments beschränken. Mehr als zehn verschiedene Titel sollten nicht im Depot liegen, damit der Überblick nicht verloren geht. Denn es ist schwer, bei mehr Papieren wirklich noch jedes einzelne im Auge zu behalten - das aber ist notwendig, um als Anleger erfolgreich zu sein. Eine ideale Vorsorge an der Börse lässt sich dabei übrigens mit einer Pyramide vergleichen. Ein breites, sicheres Fundament sichert den Erfolg - und nach oben hin wird aufgebaut. Für die Börse und die Altersvorsorge mit Fonds und Co. heißt das: Anleger starten mit einfachen, breit aufgestellten Geldanlagen, die nicht gleich eine Grippe bekommen, wenn die Börse einmal niest.

Solche Geldanlagen sind vor allem international ausgerichtete Aktienfonds, Zertifikate, die große Märkte abbilden, aber auch Renten- und Geldmarktfonds als sichere Bausteine. Spezielle und risikoreichere Investments können danach dann die Basis erweitern und die Rendite optimieren.

Wichtig bei der Auswahl der Investments ist auch deren Transparenz. Anleger sollten keine Papiere kaufen, deren Vor- und Nachteile sie nicht in fünf Minuten einem guten Freund erklären können. Ist das nicht möglich, ist die Konstruktion offensichtlich zu kompliziert. Für Anleger bedeutet das: Finger weg! Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der günstige Einkauf. Das bezieht sich nicht nur darauf, dass Anleger die Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf so gering wie möglich halten sollten. Sie müssen zudem darauf achten, nicht in überbewertete Papiere einzusteigen. Ist eine Aktie oder ein Fonds schon in aller Munde, ist Vorsicht angesagt: Oft steigen Anleger dann zu einem so hohen Preis ein, dass es schwer wird, noch Gewinne zu erzielen.

Mittlerweile locken viele Börsen-Investments mit Steuervorteilen durch staatliche Förderung. So lässt sich das Sparen in Investmentfonds sowohl bei der Riester- wie auch bei der Rürup- Rente einbinden - mit beachtlichen Steuervorteilen. Dafür müssen die Erträge im Alter zwar voll versteuert werden, aber dieses Schicksal trifft Börsenanlagen seit 2009 ohnehin: Denn dann wird die Abgeltungssteuer von 25 Prozent fällig. Besonders lukrativ sind Riester-Fondssparpläne: Denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Anleger bei Rentenbeginn ihr eingezahltes Geld und die Zulagen auf jeden Fall zur Verfügung haben müssen. Damit sind Riester-Fondssparpläne quasi Garantiefonds mit Mindestverzinsung.

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