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22. November 2017 | 16:14 Uhr

Grund: Mangelnde Auslastung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Schließung des Eberswalder Bahn-Instandhaltungswerkes bedroht Hunderte Jobs

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 17:53 Uhr

Die Deutsche Bahn schließt das Werk Eberswalde und das Fachzentrum Zwickau der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH. „Dass es zu einer Personalanpassung kommen würde, war uns klar. Mit diesem Kahlschlag hätten wir in unseren schlimmsten Träumen nicht gerechnet“, sagt Ulf Boehnke, Betriebsratsvorsitzender im Werk Eberswalde. Der Betrieb werde in Zwickau, Sachsen, bis Dezember 2015 und in Eberswalde (Barnim) bis spätestens Dezember 2016 eingestellt, sagt Uwe Fresenborg, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, die an ihren bundesweit noch 13 Standorten aktuell 8400 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro realisiert. Er erklärte, dass der erhebliche Rückgang von Instandsetzungsleistungen an Güterwagen der Grund für die Schließung sei.

Die Auslastung aller Werke sei in diesem Jahr auf etwas über 50 Prozent gefallen. Vor drei Jahren habe die Quote noch bei knapp 70 Prozent gelegen. Der Güterverkehrsmarkt sei extrem konjunkturabhängig und unterliege seit Jahren heftigen Schwankungen. Dem würden die Verkehrsunternehmen mit einer optimierten Flottenplanung begegnen, in deren Folge immer weniger Fahrzeuge gewartet werden müssten, teilt Uwe Fresenborg mit.

Auf den eingetretenen Leistungsrückgang habe die DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH unter anderem reagiert, indem sie stärker auf Dienstleistungen für andere Verkehrsunternehmen setze. Inzwischen würden dadurch jährlich 75 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. „Wir wollen diesen Anteil in den kommenden drei, vier Jahren auf 130 Millionen Euro verdoppeln“, kündigt der Geschäftsführer an.

Dieser angestrebte Aufschwung könne aber nicht kompensieren, dass sich die Auftragslage insgesamt immer weiter verschlechtere. Deshalb sei schon weitestgehend auf den Einsatz von Zeitarbeitnehmern verzichtet worden. Außerdem habe die Deutsche Bahn bereits Personal befristet oder dauerhaft an andere Standorte umgesetzt.

Das alles habe das jetzt beschlossene Aus für die Werke in Eberswalde und Zwickau nicht abwenden können. „Der Instandhaltungskuchen wird weiter schrumpfen. Deshalb haben wir analysiert, welche Kapazitäten künftig noch benötigt werden und wie sich das auf die Standorte der Deutschen Bahn auswirkt. Dabei hat sich gezeigt, dass eine für den Konzern nachhaltig wirtschaftliche Lösung nur durch die Schließung der Standorte Eberswalde und Zwickau möglich ist“, sagt Uwe Fresenborg. „Die Mitarbeiter an den betroffenen Standorten trifft keine Schuld. Sie haben eine wirklich tolle Arbeit geleistet“, betont der Unternehmenschef.

Ziel der Geschäftsführung sei es, ihnen einen möglichst gleichwertigen Arbeitsplatz in anderen Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH oder bei einem anderen Unternehmen im DB-Konzern anzubieten. Zu den Alternativen, die für Eberswalde geprüft worden seien, gehörte der Aufbau einer Kesselwagenwaschanlage. „Dieser auch von der Belegschaft getragene Vorschlag hat sich am Ende nicht als tragfähig erwiesen“, sagt Uwe Fresenborg.

Die beiden anderen Standorte der Konzerntochter in Brandenburg, die Werke in Wittenberge und Cottbus, stehen laut Geschäftsführer nicht zur Disposition. Allerdings würden dort leistungsbedingt Gespräche zur Personalanpassung geführt. Es sei zu früh, sich zu den künftigen Beschäftigungszahlen zu äußern.

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