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13. Dezember 2017 | 21:54 Uhr

Ortsbeiratsvorsitzender : Grüne Welle fehlt noch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeiratsvorsitzender Niels Schönwälder im Gespräch

Herr Schönwälder, seit wann leben Sie in Evershagen?

Seit meiner Geburt 1973. Bei meinen Eltern habe ich bis ’89 gelebt und bin dann weggezogen. Seit ’93 wohne ich wieder hier. Kontakt zu Freunden aus dem Viertel hatte ich aber auch in der Zwischenzeit immer.

Was macht den Stadtteil lebens- und wohnenswert?

Ein entscheidender Vorteil ist die Infrastruktur. Wir haben die S-Bahn, die Straßenbahn, die durch das ganze Viertel führt. Außerdem die zentrale Lage zwischen Innenstadt und Warnemünde, und man kommt schnell auf die Autobahn. Zudem ist der Stadtteil trotz großer Wohnblocks ziemlich grün und schön zugewachsen.

Wo spielt sich das Leben ab?

Der Dreh- und Angelpunkt ist die Bertolt-Brecht-Straße mit dem Einkaufszentrum Am Scharren. Dort gibt es die Post, den Friseur, Supermärkte, gegenüber die Sparkasse und das Ärztehaus – es ist wie eine kleine City, die man schnell zu Fuß erreichen kann. Ein schönes Stück Natur haben wir im Norden mit dem Park am Fischerdorf. Da gehen die Leute spazieren, im Sommer wird gegrillt oder geangelt, im Winter gerodelt. Im Süden gibt es noch den Mühlenteich. In dem kann man sogar baden. Hinzu kommen einige Gartenanlagen, in denen viele Evershäger ihr Stück Natur finden.

Wie beurteilen sie die Wohnungssituation im Viertel?

Viel Leerstand gibt es nicht, die Gegend ist durch die Lage sehr beliebt. Viele Leute wohnen hier schon seit Anbeginn und einige Häuser werden durch den Anbau von Fahrstühlen noch attraktiver gemacht. Auch das „Rassmussen“, das Hochhaus, ist so gut wie voll belegt. Wir haben aber auch Gebiete, in denen Einfamilienhäuser stehen, in die junge Familien einziehen. Ich denke, es wird bald einen demografischen Wandel geben, wenn die Wohnungen der Älteren leer werden. Was wir uns wünschen, wäre auch ein größerer Zulauf von Studenten. Vielleicht durch die Etablierung von WG-Projekten mithilfe der Genossenschaften.

Wie steht es um die Jugendkultur und das Nachtleben?

Ein Nachtleben haben wir nicht. Aber mit der Fledermauslinie kommt man nachts in 20 Minuten in die Innenstadt oder nach Warnemünde. Dafür haben wir mit Pablo Neruda einen Treff für Jugendliche und das Mehrgenerationenhaus als Begegnungsstätte für jedes Alter.

Wo sehen Sie noch Defizite?

Sicherlich noch in Sachen Freizeitgestaltung. Wir haben kein Kino und keine richtige Gaststätte, wobei man die direkt um die Ecke in Lütten Klein findet.

Was sind aktuelle Probleme für die Evershäger?

Ein generelles Problem ist die Sauberkeit. Viele bemängeln, dass oft Müll herumliegt. Ein anderer Punkt ist das Grüne-Welle-Thema in der Bertolt-Brecht-Straße. Wenn man dort mit dem Auto fährt, muss man an gefühlt jeder Ampel anhalten. Dadurch verlagert sich der Verkehr auf die Maxim-Gorki-Straße oder nach Evershagen-Dorf. Es sind fast Transitstraßen geworden. Da ist der Ortsbeirat schon lange dran. Und die inzwischen eher niedrige Polizeipräsenz. Dadurch sinkt das Sicherheitsgefühl. Der Weg zur S-Bahn ist abends nicht sehr angenehm.

Was wünschen sich die Bewohner für die Zukunft?

Auf jeden Fall die Sanierung der Maxim-Gorki-Straße. Und dass die Fahrradroute nicht nur an der Brecht-Straße entlangläuft. Sobald man abbiegt, wird es schwierig als Radfahrer. In der Theodor-Körner-Straße fehlen Rad- und Fußweg völlig und die Leute müssen auf der Straße gehen.

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