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21. November 2017 | 09:16 Uhr

Großes Misstrauen statt Schul-Dialog

vom

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 08:20 Uhr

Es ist immer dasselbe: An einer Grundschule in Rostock haben die Mädchen und Jungen einer ersten Klasse im ersten Schulhalbjahr ihres Lebens bereits ein Drittel Unterrichtsausfall. Es gibt Regionalschulen, da werden bis zu zehn Prozent des Unterrichts vertreten. Das heißt: In zehn Schuljahren fällt eines aus. An einer Berufsschule in Uecker-Randow meldeten Lehrer von Januar bis September 2011 einen Unterrichtsausfall von 3000 Stunden. Das sind Fakten, über die diese Zeitung seit Wochen berichtet. Viele Eltern und Lehrer sind hochgradig unzufrieden mit der Landespolitik.
Doch im zuständigen Ministerium für Bildung hat man eine andere Datenbasis. Der Unterrichtsausfall an Grundschulen lag im Schuljahr 2010/2011 nur bei 0,9 Prozent. An den Regionalschulen wird zwar jede zehnte Stunde nicht durch den Lehrer gegeben, der laut Stundenplan vorgesehen war, dennoch fallen lediglich drei Prozent des Unterrichts tatsächlich aus. Besonders hoch ist lediglich der tatsächliche Unterrichtsausfall an Berufsschulen mit 5,7 Prozent – wegen der Erkrankung von Vertretungslehrern.

Man kann jetzt trefflich darüber streiten, ob der Unterrichtsausfall an den Schulen des Landes gefühlt oder real ist. Für die jeweils betroffenen Eltern ist er sehr real. Seit Mitte der 90er stehen sich da Eltern und Ministeriumsbeamte konträr gegenüber. Das hat inzwischen dazu geführt, dass an den Schulämtern Ausfallstatistiken gehandelt werden wie Geheimdepeschen des israelischen Nachrichtendienstes Mossad. Lehrer, Betriebsräte, die sich in ihrer Not an die Öffentlichkeit wenden, müssen Angst haben um ihren Job. In Sachen Unterrichtsversorgung herrscht alles andere als Transparenz. Ministerpräsident Erwin Sellering und sein Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) predigen seit ihrer Amtsübernahme den Dialog. Ihre Apparate schüren Misstrauen.


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