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22. Oktober 2017 | 06:49 Uhr

Große Herausforderungen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 08:14 Uhr

Thomas Bach hat es geschafft. Der 59-jährige Wirtschaftsanwalt ist neuer Präsident des Internationalen Olympischen Komitees und somit als erster Deutscher für die nächsten acht Jahre zum mächtigsten Funktionär im Weltsport aufgestiegen. Der Chef des deutschen Olympischen Sportbundes hat zielstrebig auf dieses Amt hingearbeitet und zuletzt gar eine Schlammschlacht schadlos überstanden.

Der Favorit setzte sich gegen einen Weltrekordler, einen Banker, einen Diplomaten, einen Architekten und gegen einen Schweizer Anwalt durch. Jener Jura-Professor Oswald hatte kurz vor der Abstimmung noch einmal Stimmung gegen Bach gemacht und dessen Stärke, Allianzen mit starken Wirtschaftsbossen zu schließen, gegängelt. Der unfaire Schlussspurt, stark unterstützt von englischen Medien, war nicht mehr als ein Fehlstart.

Bach, 1976 als Florettfechter Olympiasieger mit der deutschen Mannschaft, weiß mit Sportpolitik umzugehen. Er versteht sich wie kaum ein Zweiter aufs Netzwerken. Seine Nähe zu Industrie und Wirtschaft sowie zu kuwaitischen Investoren wurden in der Zielgeraden ebenso kritisiert wie ein gewisser Druck, den in Deutschland politische Instanzen aufgebaut hätten. Bach verlor nicht die Contenance, er blieb souverän bis zum Zieleinlauf.

Der neue Chef des Weltsports steht vor großen Herausforderungen. Doping und andere Betrügereien bedrohen den olympischen Geist. Medaillengewinner werden als Verbrecher entlarvt. Der Sport ist ein sehr gutes Geschäft, aber leider kein sauberes. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem kaum noch eine Weltstadt die Spiele ausrichten will. Massenproteste wie in Brasilien gegen die Fußball-WM und die zwei Jahre später folgenden Olympische Spiele verfehlen ihre Wirkung nicht. Olympia hat ein Imageproblem. Mit Thomas Bach steht ein Funktionär auf dem Olymp, der die fünf Ringe retten kann. Olympia gehört schon längst nicht mehr den Amateuren.

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