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23. November 2017 | 19:40 Uhr

Große Dunkelziffer bei Behandlungsfehlern

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 07:52 Uhr

Werden in Deutschlands Kliniken und Praxen häufig Fehler gemacht? Die Ärztekammer stellte gestern ihre jährlichen Statistiken zu Behandlungsfehlern in Deutschland vor. Ihr Urteil: Fehler passieren sehr selten. Hintergründe zur Ärztefehler-Statistik von Christoph Slangen.

Wie häufig sind Ärztefehler?

Es gibt jährlich schätzungsweise 40 000 Verdachtsfälle, so die Gutachter der Ärztekammer. Allerdings wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet, so dass die wirkliche Zahl nicht zu bestimmen ist. Manche Schätzungen gehen in die Hunderttausende, weil viele Fehler nicht erkannt und oft nicht vermutet würden. Mit dem Patientenrechtegesetz sind die Dokumentationspflichten für Krankenhäuser verschärft und die Einsichtsrechte für Patienten in ihre Krankenakte verbessert worden. Krankenkassen müssen Patienten unterstützen, die einen Behandlungsfehler bei sich vermuten.

Welche gesicherten Erkenntnisse über die Zahl der Ärztefehler gibt es?

Die Ärztekammer verzeichnete im vergangenen Jahr 12 700 Antrag auf Anerkennung eines Ärztefehlers, in 7578 Fällen gab es eine Entscheidung. Ergebnis: In 30 Prozent lag ein Fehler vor, in 25,6 Prozent war der Fehler ursächlich für Folgeschäden, so dass Ansprüche der Patienten berechtigt waren. In 82 Fällen endete ein Arztirrtum für den Patienten tödlich. Die Zahlen decken sich in der Tendenz mit denen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), die ebenfalls eine Anlaufstelle für Patientenbeschwerden sind: Der MDK erstellte 2012 12500 Gutachten, in 31,5 Prozent der Fälle bestätigte sich der Verdacht.

Welche Gründe für Fehler gibt es?

Die Ärzte, aber auch Krankenkassen, verweisen darauf, dass Fehler häufig aus einer Verkettung von Umständen entstehen würden. Neben unzureichender Diagnostik und Therapie - also klassischen Behandlungsfehlern – gebe es oft auch unvorhergesehene Komplikationen bei Krankheiten, rechtfertigen sich Ärzte.

Welche Fehler werden oft gemacht?

Kniegelenks- und Hüftarthrose führt die Statistik der Verdachtsfälle bei den Ärztekammern an. Aber auch bei der Behandlung von Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen vermuten Patienten relativ häufig Ärztefehler. Laut MDK-Statistik traten die meisten Fehler bei der Wurzelbehandlung von Zähnen auf, gefolgt von Knie- und Hüftgelenksoperationen

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