Lebus : Größter Silbermünzschatz der Slawenzeit in Brandenburg

 Hobby-Archäologe Frank Slawinski mit den gefundenen und gereinigten Silbermünzen
Hobby-Archäologe Frank Slawinski mit den gefundenen und gereinigten Silbermünzen

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21. Januar 2016, 12:00 Uhr

Die an den Oderhängen bei Lebus entdeckten 2000 Münzen stammen aus der späten Slawenzeit. Sie sind etwa 1000 Jahre alt. Bei ihnen handelt es sich um Sachsen- oder Hochrand-Pfennige. Denn die kleinen Silberlinge haben einen hoch gestellten Rand. Sie sind aus verschiedenen Herkunftsregionen ins Oderland gelangt. Die ältesten Stücke wurden um 960 hergestellt und tragen eine Kölner Prägung, sagt Frank Slawinski. Die meisten anderen Münzen seien der Zeit zwischen 1060 und 1090 zuzuordnen und stammten unter anderem aus dem Raum Meißen und Magdeburg. Es soll sich um den größten Münzfund im Land aus dieser Zeit handeln.

Der Fund zeugt von der einstigen Bedeutung der Bischofsstadt Lebus vor den Toren Frankfurts: Sie war bis ins frühe Mittelalter der bedeutendste Handelsknotenpunkt der Oderregion, bevor die Schwesterstadt stromaufwärts ihr den Rang ablief. Der Silberschatz wurde in der Nähe des alten Handelsweges gefunden.

Dass der Sensationsfund erst jetzt bekannt wurde, hat vor allem Sicherheitsgründe: Slawinski, der mit Erlaubnis des Landesamtes für Denkmalpflege mit einer Metallsonde auf archäologischer Suche ist, hatte die Silbermünzen geborgen, um sie dem Zugriff von Schatzräubern zu entziehen. Eine Zeit lang bewahrte er die Sachsenpfennige bei sich zu Hause auf, reinigte sie grob und nahm eine erste Bestimmung vor. Alles Weitere ist Sache der Experten vom Landesamt. In deren Depots in Wünsdorf lagern die Münzen inzwischen. Doch für einen Tag kehrt der Silberschatz nach Lebus zurück: Am morgigen Freitag soll er der Öffentlichkeit im Museum „Haus Lebuser Land“ präsentiert werden – im Vorfeld des Neujahrsempfangs des Heimatvereins Lebus. Er ist der Betreiber des kleinen, aber feinen Heimatmuseums in der historischen Altstadt. Im Museum sind auch einige Repliken des Bronzeschatzes vom Lebuser Schlossberg zu sehen. Und ein Modell der Bischofsburg, deren nachgebildete Umrisse aus Stahl seit dem vorigen Jahr, hoch oben auf dem Schlossberg, zu begehen sind.  

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