Gottschalk unter Verdacht

<strong>Millionen für 'Wetten, dass'?: Thomas Gottschalk</strong> ist erneut mit Vorwürfen der Schleichwerbung konfrontiert. <foto>dpa</foto>
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Millionen für "Wetten, dass"?: Thomas Gottschalk ist erneut mit Vorwürfen der Schleichwerbung konfrontiert. dpa

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13. Januar 2013, 06:11 Uhr

Showmaster Thomas Gottschalk und sein Bruder Christoph sollen Millionen mit Schleichwerbung bei "Wetten, dass?!" verdient haben. Wie das Nachrichtenmagazin der "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, soll Gottschalk zusammen mit seinem Bruder Christoph und dessen Firma "Dolce Media" interessierten Unternehmen offenbar jahrelang das gezielte Bewerben von Produkten in der Samstagabendshow angeboten haben.

Angeblich habe es etwa einen detaillierten Vertrag mit dem Autokonzern "Daimler Chrysler" gegeben, der sowohl Details über die Platzierung eines Kleinwagenmodells in der Sendung enthielt, als auch über die Länge, in der das Fahrzeug im Bild zu sehen sein sollte. Sogar die Anmoderation für die Präsentation des Autos sei laut "Spiegel" zwischen dem Hersteller und den Gottschalk-Brüdern vertraglich festgelegt worden. Ähnliche Verträge hätten auch mit dem Unternehmen "Solarworld" bestanden. Firmenchef Frank Asbeck sprach von einem "Super-Sendeplatz" mit einem "tollen Werbeeffekt." Dem Nachrichtenmagazin zufolge wollte sich "Dolce Media" wegen Verschwiegenheitsklauseln nicht zu den Verträgen äußern. Dem Münchener Medienrechtler Gero Himmelsbach zufolge handelt es sich bei diesen Verträgen um "verbotene Schleichwerbung".

Schon in den vergangenen Jahren waren Gottschalk und die Sendung "Wetten dass" wegen ähnlicher Vorgänge in die Kritik geraten. So berichteten die "Bild" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" im Januar 2011 von Verträgen zwischen "Dolce Media" und einer Brauerei, die rund 1,2 Millionen Euro dafür bezahlt haben soll, dass sie bei den Außenwetten der Fernsehshow Bierstände mit ihrem Firmenlogo errichten durfte. Dem "Bild"-Bericht von damals zufolge sei das Brauereilogo dadurch insgesamt 482 Sekunden im Fernsehen zu sehen gewesen. Doch schon 2011 erklärte der damalige ZDF-Programmdirektor und heutige Intendant Thomas Bellut, dass man derartige Verträge künftig nicht mehr schließen würde.

Die nun ins Rampenlicht geratenen Verträge mit "Daimler Chrysler" wurden laut Spiegel im Jahr 2003 für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. Derzeit gebe es einen Kooperationsvertrag mit Audi: Auch der beim Versuch, über Autos zu springen, verunglückte Kandidat Samuel Koch sei bei seinem Unfall mit einem Fahrzeug dieser Marke kollidiert. Der 2007 geschlossene Vertrag laufe aber noch 2013 aus, und werde nicht verlängert, sagte der heutige Intendant Bellut. "Es schadet dem Sender, wenn auch nur der Anschein entsteht, dass da nicht sauber agiert würde."

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