Goldener Bär für «La Teta Asustada»

Die Schauspielerin Magaly Solier (hinten) und Regisseurin Claudia Llosa freuen sich über den Goldenen Bären.
Die Schauspielerin Magaly Solier (hinten) und Regisseurin Claudia Llosa freuen sich über den Goldenen Bären.

Die Jury hat entschieden: Der Goldene Bär ist an den peruanischen Film "La Teta Asustada" verliehen worden. Erfolgreich war auch ein deutscher Film - "Alle Anderen" heimste gleich zwei Preise ein.

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15. Februar 2009, 01:33 Uhr

Berlin (dpa) - In «La Teta Asustada» («Die Milch des Leids») erzählt die 32-jährige Regisseurin Claudia Llosa von einer jungen Frau, die an den Folgen des Jahre zurück liegenden Terrorsystems in Peru leidet.

Gleich zwei Preise vergab die internationale Jury der Berliner Filmfestspiele an das deutsche Liebesdrama «Alle Anderen» von Maren Ade.

Die Hauptdarstellerin des Films, die Österreicherin Birgit Minichmayr, erhielt den Silbernen Bären als beste Darstellerin. «Alle Anderen» wurde außerdem mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der Preis ging zu gleichen Teilen an die Tragikomödie «Gigante» von Adrián Biniez aus Uruguay.

«Das ist für Peru, für unser Land»

Die 32-jährige Ade stammt aus Karlsruhe, sie studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. «Alle Anderen» ist nach dem Lehrerinnen-Drama «Der Wald vor lauter Bäumen» erst ihr zweiter Spielfilm. Sie produzierte den Film auch selbst. «Ich bin sehr glücklich, auch wenn ich nicht so wirke», meinte die Regisseurin, die vor Freude ganz aufgelöst war.

Als bester Schauspieler wurde der in Mali geborene, 72-jährige Sotigui Kouyate für seine Rolle in «London River» (Regie: Rachid Bouchareb/Frankreich) geehrt. Der Film erzählt von den Folgen der Terroranschläge in London 2005. Der Preis für die beste Regie ging an den iranischen Regisseur Asghar Farhadi für sein Gesellschaftspanorama «Alles über Elly». «Ich danke Gott. Wenn er mir nicht geholfen hätte, wäre ich jetzt nicht hier», sagte der Regisseur.

Peru war zum ersten Mal im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin vertreten und holte auf Anhieb den Hauptpreis. «Das ist für Peru, für unser Land», sagte Llosa strahlend. Zum zweiten Mal in Folge gewann damit ein Film aus Lateinamerika. 2008 hatte «Tropa De Elite» (Elite-Einheit) des Brasilianers José Padilha den Goldenen Bären bekommen.

Das Terrorsystem der Guerilleros

Im Mittelpunkt des Gewinnerfilms «La Teta Asustada» steht Fausta, beeindruckend gespielt von Magaly Solier. Ihre Mutter wurde zur Zeit des Terrors durch die Guerilla-Organisation «Leuchtender Pfad» in den 80er und 90er Jahren ein Opfer von Vergewaltigung. Die nun erwachsene Tochter, zum Zeitpunkt des Gewaltaktes im Mutterleib, trägt psychisch schwer an den Folgen. Nach einem Volksglauben wird das Leid der Geschändeten über die Muttermilch an die Nachkommen weitergegeben.

Für das beste Drehbuch wurden Regisseur Oren Moverman und sein Mitautor Alessandro Camon für das US-amerikanische Anti-Kriegsdrama «The Messenger» geehrt. Einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung bekamen die Sounddesigner Gábor Erdélyi und Tamás Székely für ihre Arbeit an dem in den Karpaten spielenden Rache-Epos «Katalin Varga» von Peter Strickland (Großbritannien). «Gigante» erhielt auch die Auszeichnung als bester Erstlingsfilm und teilt sich zudem den Alfred-Bauer-Preis mit Andrzej Wajdas «Der Kalmus» aus Polen.

Die Berlinale, die dieses Jahr einen Besucherrekord verzeichnete, geht am (heutigen) Sonntag mit einem Kinotag zu Ende. Dabei werden noch einmal ausgewählte Filme des Festivals präsentiert.

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