Golden-Globe-Gala fällt Streik zum Opfer, Sorge um Oscar-Show

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09. Januar 2008, 11:48 Uhr

Die traditionelle Galashow zur Verleihung der Golden-Globe-Filmpreise fällt dem Streik der Hollywood-Autoren zum Opfer. Statt der beliebten TV-Show, die sonst zahlreiche Stars auf den Roten Teppich und Millionen Menschen an die Bildschirme lockt, soll es am Sonntag (13. Januar) nur eine einstündige Pressekonferenz mit einer eher glanzlosen Bekanntgabe der Gewinner geben. Ob die Schauspieler daran teilnehmen, blieb zunächst unklar. Angesichts der verhärteten Fronten zwischen den streikenden Drehbuchautoren und den großen Filmstudios macht sich in der Traumfabrik zunehmend auch Sorge um die Oscar-Verleihung am 24. Februar breit.

Preise werden im Nachrichtenprogramm verlesen
Der Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA), der für die Golden-Globe-Gala verantwortlich zeichnet, teilte am Montag (Ortszeit) in Los Angeles mit, der US-Sender NBC werde die Bekanntgabe der Gewinner im Rahmen seines Nachrichtenprogramms übertragen. Die Nachrichtensendungen sind von dem Streik nicht betroffen. „Wir sind alle sehr enttäuscht, dass unsere traditionelle Preis- Zeremonie in diesem Jahr nicht stattfinden wird“, sagte der HFPA-Vorsitzende Jorge Camara. Auch die meisten der gesellschaftlich wichtigen Partys von Studios und TV-Anstalten wie Warner oder HBO wurden für die Globe-Nacht abgesagt, berichtete das Fachblatt „Variety“.

Traditionell heißer Tipp für Oscar-Verleihung
Die Golden Globes werden jährlich im Januar in 25 Kategorien für Film und Fernsehen verliehen. Sie gelten traditionell als heißer Tipp für die Vergabe der Oscars Ende Februar. Zu den nominierten Stars zählen dieses Jahr unter anderem Cate Blanchett, Angelina Jolie, Keira Knightley, George Clooney, Daniel Day-Lewis, Denzel Washington und Johnny Depp.

Gala aus Solidarität zu Drehbuchschreibern boykottiert
Die Schauspieler hatten angekündigt, die Gala aus Solidarität mit den Drehbuchschreibern zu boykottieren. George Clooney appellierte nach der Absage an beide Seiten, den Arbeitskampf zu beenden. „Unsere Hoffnung ist, dass alle Beteiligten sich in einen Raum einsperren und nicht mehr herauskommen, bis sie eine Lösung haben“, sagte er bei einer anderen Preisverleihung in Los Angeles. „Wir wollen, dass diese Sache geregelt wird.“

Streik dreht sich um DVD- und Interneterlöse
Der Streik dauert inzwischen fast zehn Wochen. Die Drehbuchautoren verlangen mehr Geld für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten auf DVDs und im Internet, die Studios lehnen das ab. Nach zähen Verhandlungen waren die Gespräche Anfang Dezember abgebrochen worden, ein neuer Anlauf ist nicht in Sicht.

Vergebene Müh
Die Golden-Globe-Veranstalter hatten sich eigenen Angaben zufolge mit den Autoren um eine Lösung für die Übertragung der Gala bemüht, die Gewerkschaft war jedoch nicht zu einer Ausnahmeregelung bereit.

Kosten: 21 Millionen Dollar am Tag
USA-weit sind rund 10 000 Autoren im Ausstand, Schätzungen zufolge kostet der Streik täglich 21 Millionen Dollar (14 Millionen Euro). Einzelne Unternehmen wie die Firma von TV-Starmoderator David Letterman und Tom Cruises Filmgesellschaft United Artists haben in Sonderregelungen Gewerkschaftsforderungen inzwischen akzeptiert und können ihre Schreiber wieder wie gewohnt beschäftigen.

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