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18. November 2017 | 02:12 Uhr

Richard Gere : Glamour-Besuch im Kanzleramt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Angela Merkels Lieblingsfilm dreht sich alles um die Liebe. Es ist der Defa-Kultstreifen „Die Legende von Paul und Paula“, einer der erfolgreichsten DDR-Spielfilme. Was sie von „Pretty Woman“ hält, wiederum eine der erfolgreichsten Liebesgeschichten der USA, weiß man nicht. Aber den Filmpartner von Julia Roberts im Jahr 1990 wollte Merkel gestern nun mal kennenlernen: Richard Gere. So wie sie auch schon die Filmgrößen George Clooney, Tom Hanks und Steven Spielberg oder den irischen Musiker Bob Geldof getroffen hat.

Sind das für sie Lieblingsschauspieler, Vorbilder, interessante Männer? Merkel schweigt darüber. Aber allein die Tatsache, dass sie sich mit ihnen trifft, ist immer auch eine politische Botschaft.

Merkel setzt nach dem Treffen mit Gere auf die Sprache der Bilder. Regierungssprecher Steffen Seibert schreibt nach ihrem Gespräch mit dem bekennenden Buddhisten Gere auf Twitter, Merkel habe sich mit dem US-Schauspieler über die Lage in der Tibet-Region unterhalten. Auf dem ebenfalls getwitterten Foto ist zu sehen, wie sich beide einander zugewandt unterhalten, auf dem Tisch vor ihnen ein Kaffeegedeck und Mineralwasser. Gere ist im dunklen Anzug erschienen, am linken Handgelenk trägt er ein Gebets-Armband. Das Treffen dauerte etwa eine Dreiviertelstunde – und damit länger als die geplanten 30 Minuten.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer hatte bei der Ankündigung des Termins betont, grundsätzlich stehe die Bundesregierung zur Ein-China-Politik, wonach es nur ein vereintes China gibt. Aber Berlin setze sich auch für die Achtung der Menschenrechte in China und der Minderheitenrechte der Tibeter sowie deren Anspruch auf kulturelle und religiöse Autonomie in China ein.

Merkel hat sich schon mehrfach mit dem Dalai Lama getroffen, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, was China immer als Affront empfunden hat. Gere ist ein Freund des Dalai Lama und hatte schon bei der Oscar-Verleihung 1993 die chinesische Tibet-Politik angeprangert.

Am Mittwoch traf er die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die er schon lange kennt, und die ebenfalls für die Rechte der Tibeter kämpft.

Gere stellt bei der Berlinale seinen neuesten Film, den Thriller „The Dinner“, vor. Man darf gespannt sein, wie sich diese Berlinale – das politischste der drei großen Filmfestivals von Berlin, Cannes und Venedig – angesichts der Politik von US-Präsident Donald Trump verhält.

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