Giftmüllgefahr statt altersgerechtem Wohnraum

von
19. Februar 2008, 09:03 Uhr

Pritzwalk - Der Gebäudekomplex auf der Dömnitzinsel sollte vor Jahren zu altersgerechtem Wohnraum umgebaut werden. Allerdings fand die Stadt keinen Käufer und auch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft wollte das Vorhaben nicht angehen. Im Oktober 2006 beschlossen die Pritzwalker Stadtverordneten dann, die Häuser abzureißen. Eine Parkanlage und etwa 40 Autoparkplätze in Innenstadtnähe sollen hier zukünftig entstehen.

Bereits im Dezember wurden die Gebäude entkernt, Fenster Türen und Sperrmüll herausgeschafft. Nachdem das erste Gebäude gefallen ist, steht der Bagger nun allerdings schon wieder still: Giftmüllverdacht. Lindan und andere giftige Substanzen werden in einem Gebäude und im Holz vermutet. Noch nicht ganz klar ist, was sich unter dem Haus befindet. „Die Arbeiten sind erst einmal eingestellt. Wir müssen jetzt die Ergebnisse der Laboruntersuchungen abwarten“, heißt es aus der Pritzwalker Stadtverwaltung.

Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, kann der Abriss des Gebäudekomplexes, in dem viele Jahre Familien gewohnt haben, deutlich teurer werden. 260 000 Euro waren für den Abbruch des Areals geplant. Jetzt könnte es sein, das unter Vollschutz gearbeitet werden und das Abbruchmaterial als Sondermüll entsorgt werden muss. In welche Höhe sich dann die Preise für den Abriss auf der Dömnitzinsel entwickeln, ist noch völlig unklar, so Verantwortliche der Stadtverwaltung.

Die ursprünglichen Planungen gingen dahin, dass in diesem Jahr der Abriss erfolgt und die Fläche baufertig hergerichtet wird. Im kommenden Jahr sollten dann der Parkplatz und die Parkanlage folgen.

Die Stellflächen für Autos sollen auch für Touristen nutzbar sein. Vor allem Caravan-Liebhaber dürfen ihre Gefährte dort auf vier Plätzen abstellen. Damit die Autos mit ihren Anhängern auch über Nacht in Pritzwalk bleiben können, werden zusätzlich Stromanschlüsse an den Stellflächen für die Caravans installiert. Insgesamt sind auf der Fläche 40 Parkplätze vorgesehen. Um diesen Bereich zu gestalten, hatten die Pritzwalker Stadtverordneten 2006 das Sanierungsgebiet Innenstadt um den Bereich der Dömnitzinsel erweitert, um auch Mittel aus der Städtebauförderung einsetzen zu können.

Inwieweit sich das Vorhaben nun zeitlich und finanziell umsetzen lässt, wird von den Laborergebnissen und den daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen abhängen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen