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13. Dezember 2017 | 23:39 Uhr

Bahnverkehr : Gesundbrunnen erst 2015 fertig

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Seit über einem Jahr ist der Bahnhof Gesundbrunnen eine Baustelle. Das wird er auch noch bis Ende 2014 bleiben, kündigte die Deutsche Bahn jetzt an. Nur mit dem Unterschied, dass die Empfangshalle nun auch wirklich gebaut wird.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 15:09 Uhr

Seit über einem Jahr ist der Bahnhof Gesundbrunnen eine Baustelle. Das wird er auch noch bis Ende 2014 bleiben, kündigte die Deutsche Bahn jetzt an. Nur mit dem Unterschied, dass die Empfangshalle nun auch wirklich gebaut wird.

Rund 100 000 Fahrgäste passieren täglich den Bahnhof Gesundbrunnen. Die Knotenstation, an der Regionalzüge, S-Bahnen, U-Bahnen und Fernverkehr aufeinandertreffen, ist quasi das Nordkreuz von Berlin und wird auch von vielen Pendlern aus der Uckermark, Barnim, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und sowie der Prignitz genutzt. Doch seit über einem Jahr müssen Reisende unbequeme Umwege in Kauf nehmen. Der brückenartige Bahnhofsvorplatz, von dem sie sonst relativ bequem ihre Gleise erreichen konnten, ist seit Monaten mit Bauzäunen abgeriegelt, obwohl sich kein Kran dreht. Vor allem komplizierte Wegeleitungen führen zu Frust bei den Fahrgästen. „Wir haben festgestellt, dass sich die Kunden mit der bisherigen Ausschilderung alleingelassen gefühlt haben“, gesteht Patrick Malter, Leiter des DB-Bahnhofsmanagements. Deshalb lud zu einem Pressegespräch, bei dem die Öffentlichkeit informiert wurde, wie es nun mit dem Bau der neuen Empfangshalle weitergeht.

Die ist schon seit dem Jahre 2006 in Planung, zunächst noch als sechsgeschossiger Klinkerbau. Damals habe man das nahe Gesundbrunnen-Center nicht berücksichtigt. „Mit ihm als Nachbar lohnt sich ein so großes Gebäude wirtschaftlich nicht“, erklärt Malter. Die neue Variante ist nun viel kleiner und hat nur noch eine Etage mit Geschäften, Ticketschaltern, Toiletten, Wickelraum und Polizeiwache. Über kreisrunde, verglaste Öffnungen von bis zu zehn Metern Durchmesser in der Decke soll Tageslicht in die Halle gebracht werden.

Mit ihrem Bau sollte eigentlich Anfang 2013 begonnen werden. Doch die Statiker hatten die Windlasten unterschätzt, dem das 7700 Quadratmeter große Hallendach ausgesetzt sein wird. Wie ein riesiger gerader Schirm soll es in 7,70 Metern Höhe zwei kleinere Bauwerke sowie den Hanne-Sobek-Platz überspannen. „Über 4000 Quadratmeter bleiben damit ohne tragendes Gebäude“, erklärt Hans Schleiff, Projektleiter der DB Station & Service AG. Zusätzliche Untersuchungen der Standfestigkeit und eine Überarbeitung der Verankerung wären Schuld für den Zeitverzug.

Erschwerend komme hinzu, dass der Bau auf einer Brückenplatte errichtet wird. „Wir haben ja keinen Keller, und die Dämmung ist schwierig. Die Fläche des jetzigen Bahnhofsvorplatzes abzukleben, um Wärme zu speichern, sei auch keine Lösung gewesen“, berichtet Schleiff. „Denn dann sammelt sich zu viel Kondenswasser, und wir haben eine Tropfsteinhöhle.“ Ein Wasserproblem hatte man aber auch so. Weil die Arbeiten erst jetzt im Winter starten konnten, sei Wasser von der Brücke in die Baustelle gelaufen. „Im Sommer wäre das sicher nicht passiert“, so der Projektleiter. Doch wenn der Winter weiter mild bleibe, sollen die Stahlstutzen, die derzeit aufgestellt werden, Mitte Mai mit Beton vergossen sein. „Wir machen dann auch ein Richtfest“, kündigt Schleiff an. Der Rohbau soll Mitte August abgeschlossen sein. Dann kommt noch der Innenausbau. „Unser großes Ziel ist, die 2000 Quadratmeter große Vermarktungsfläche Ende des Jahres an die Mieter zu übergeben“, sagt Schleiff. 90 Prozent der Verträge seien unterschrieben. Eröffnung im Frühjahr 2015 gefeiert werden.

Für die Fahrgäste bedeutet das nach jetzigem Stand, dass sie noch bis in den August Umwege durch gesperrte Zugänge in Kauf nehmen müssen.

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