Generalprobe gelungen: Weltmeister mit Rückenwind zur EM

handball_01.jpg
1 von 2

von
13. Januar 2008, 05:11 Uhr

Generalprobe gelungen, Potenzial aber noch nicht voll ausgeschöpft: Handball-Weltmeister Deutschland reist mit dem Rückenwind eines unerwartet hohen Sieges über den WM-Dritten Dänemark zur Europameisterschaft nach Norwegen. Vier Tage vor Beginn des Championats gewann die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Sonntag in Kiel ihr letztes Testspiel mit 34:24 (15:10) gegen die Dänen. Tags zuvor hatte die deutsche Mannschaft gegen denselben Gegner eine Niederlage hinnehmen müssen. In Aarhus unterlag sie dem Gastgeber mit 26:30 (16:15). Mit dem Sieg in Kiel beendeten die Deutschen zudem eine Misserfolgs-Serie gegen den nördlichen Nachbarn: Die letzten vier Vergleiche hatten sie allesamt verloren.

10 250 Zuschauer in der ausverkauften Ostseehalle, die jetzt den Namen des Sponsors Sparkasse trägt, feierten die deutsche Mannschaft überschwänglich. Im Vergleich zum ersten Spiel am Vortag gingen die Gastgeber in der Abwehr aggressiver zu Werke. Was seine Vorderleute nicht abfingen, wurde eine sichere Beute von Torwart Johannes Bitter, der mit 20 Paraden die Dänen schier zur Verzweiflung brachte. Im Angriff lief aber noch nicht alles rund. Kapitän Markus Baur blickt der EM dennoch optimistisch entgegen. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber einige Fehler müssen wir noch abstellen." Erfolgreichster Torschütze war Holger Glandorf, der sechsmal traf. Bei den Dänen war Lars Christiansen von der SG Flensburg-Handwitt ebenfalls sechsmal erfolgreich.

Die Spieler dürfen jetzt noch einen freien Tag bei ihren Familien verbringen, ehe sie am Dienstag via Kopenhagen nach Norwegen reisen. Dort steht das erste Spiel der DHB-Auswahl am Donnerstag (17.15 Uhr) gegen Weißrussland an. Die weiteren Gegner in der Vorrunde sind Ungarn (19. Januar) und Mitfavorit Spanien (20. Januar). Minimalziel ist das Erreichen des Halbfinales.

Bundestrainer Heiner Brand sah die Ursachen für die Niederlage im ersten Spiel vor allem im Ausfall einiger Leistungsträger. Rechtsaußen Florian Kehrmann (Jochbeinprellung), Pascal Hens (Knieprellung) und Christian Zeitz (Schulterprobleme) fehlten, sollen zum EM-Beginn aber wieder zur Verfügung stehen. Zudem haderte der Bundestrainer, der nach den Erfolgen in den beiden Testspielen gegen Montenegro vor Wochenfrist vor allem im Abwehrverhalten Reserven erkannt hatte, diesmal mit dem Angriff. "Da haben wir viele einfache Fehler gemacht", meinte Brand nach der ersten Partie in Aarhus und kritisierte vor allem die überhasteten Torwürfe.

Die letzten EM-Tests gegen einen Weltklasse-Gegner kamen Brand gerade recht. "Die Niederlage in Aarhus habe ich mir nicht gewünscht. Sie ist aber schon hilfreich, weil wir so realistischer einschätzen können, was uns bei der EM erwartet", sagte der Bundestrainer. Der 55-Jährige hat zudem letzte Eindrücke gesammelt, wer aus seinem Kader noch weichen muss. Im abschließenden Spiel setzte er weder Jens Tiedtke (Großwallstadt) noch Christian Schöne (Göppingen) ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen