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12. Dezember 2017 | 07:45 Uhr

Geld regiert doch die Welt

vom

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2011 | 08:19 Uhr

Jetzt haben wir es zumindest halbamtlich, was wohl jeder von uns vermutet hat, aber zumeist verdrängt: Armut ist das größte Handicap - auch für Bürger unseres Landes, das wirtschaftlich so gut wie seit Jahren nicht dasteht. Armut verringert trotz vieler frühkindlicher Förderprogramme auch hier im Norden noch immer die Bildungschancen. Niedrige Löhne und ständige Existenzängste machen die Betroffenen immer kränker. Hinzukommt, dass der leere Geldbeutel neben den direkten Auswirkungen auf (ungesunde) Ernährung eben auch über medizinische Betreuung und Fürsorge entscheidet. Billiglöhne - im Amtsdeutsch als "Geringverdienst" umschrieben und oft mit Aufstockung über Hartz-IV verbunden oder Niedrigrenten - prägen inzwischen die Entwicklung ganzer Familiengenerationen. Die der Eltern, die ständig um den Lebensunterhalt mit Sozialamt & Co. kämpfen müssen und nicht selten früher sterben als Gutverdienende jenseits dieser Existenzsorgen. Und die der Kinder, über deren Bildung- und Zukunftschancen eben fast ausschließlich die soziale Herkunft entscheidet. Angefangen von den Möglichkeiten der eigenen Familie Bildungszugänge zu vermitteln, bis hin zu Förderung durch die Lehrer. Nun es ist ganz egal , ob sich hinter diesen Studien große Unternehmen oder kleine Anfragen von Oppositionsparteien verbergen, die diese Daten für ihre politischen Ziele ausschlachten: Es ist ein handfester politischer und gesellschaftlicher Skandal, dass in unserem Land die Höhe des Gehaltes oder des Lohnes über die Zukunft der Familie entscheidet. Noch mehr, es ist ein Zündstoff, der die Gerechtigkeitsdebatte neu befeuern wird. Arbeit muss sich lohnen - für sich selber und für die Kinder. Sonst wird es die Gesellschaft zerreißen - und zwar weit oben in der Mitte und so nicht tief unten, wie es sich viele Sonntagsredner immer noch schönpredigen.

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