Hintergrund Schwefelsäure : Gefahr für Auto, Schuhe und Asphalt

Professor Axel Schulz, geschäftsführender Direktor des Instituts für Chemie an der Universität Rostock.
Professor Axel Schulz, geschäftsführender Direktor des Instituts für Chemie an der Universität Rostock.

Wie gefährlich ist Schwefelsäure? Wir fragten Professor Axel Schulz, geschäftsführender Direktor des Instituts für Chemie an der Universität Rostock.

von
01. März 2016, 17:24 Uhr

In Abhängigkeit von der Säurekonzentration können von einer Schwefelsäure zwei unterschiedliche Gefährdungen ausgehen, erklärt der Chemiker. Zum einen hat Schwefelsäure eine stark ätzende Wirkung, die jede andere Säure auch zeigt, zum anderen eine stark oxidierende und wasserentziehende Wirkung. Die konzentrierte 96-prozentige Schwefelsäure zerstört organisches Gewebe schnell, während halbkonzentrierte und verdünnte Schwefelsäuren vor allem stark ätzend wirken.

Gefahr fürs Auto: „Für die Gummireifen sollte keine Gefahr beim Durchfahren bestehen, wenn nur kurzzeitiger Kontakt bestand und durch Reibung mit der Straßenoberfläche kaum Säure auf der Gummioberfläche verbleibt“, sagt Professor Schulz. Zudem ist Gummi chemisch gegen Säuren im Allgemeinen sehr resistent. Anders verhält es sich, wenn Säurespritzer auf Metallfelgen oder den metallischen Unterboden des Autos gelangen. Dann ist eine gründliche Autowäsche der Felgen und des Unterbaus empfehlenswert, um Korrosionsschäden vorzubeugen.

Gefahr für Schuhe. In Abhängigkeit vom Material kann es zu Ätzspuren an Schuhen kommen. Leder wäre mehr betroffen als beispielsweise Gummi. Kontaminierte Schuhe sollten mit viel Wasser gereinigt werden. Danach könnten Ätzspuren aber trotzdem sichtbar werden.

Umwelt. Für Pflanzen ist 96-prozentige Schwefelsäure stark giftig. Es hilft nur sehr viel Wasser, um die Säurekonzentration stark zu verdünnen oder das Neutralisieren mit Base.
Asphalt. Das Gefahrenpotenzial hängt von Konzentration und der Menge der Schwefelsäure ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen