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Elche Auf der Autobahn : Gefahr durch Könige des Waldes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Elche sind an verschiedenen Orten im Osten des Landes beobachtet worden. Sie können zu einem gefährlichen Hindernis werden.

Der größte Hirsch der Welt zieht derzeit durch Brandenburg. Zwei Elche sind in den vergangenen Tagen mehrfach gesichtet worden. Die Tiere sind eindrucksvoll und – meistens – ungefährlich.

Erst glaubte Daniel Schröder vor einigen Tagen an einen Scherz, als ihm seine Frau erzählte, im Garten seien Elche. Doch dann sah er sie selbst, gemütlich grasend. „Ich habe dann erstmal im benachbarten Oderbruchzoo angerufen, ob die vielleicht Tiere vermissen“, berichtet Schröder. Dem war nicht so, Vize-Zoochefin Sabine Klein eilte jedoch herbei, um sich das Spektakel anzuschauen. In einem nahegelegenen Getreidefeld hätten die Tiere dann genächtigt, erzählt Schröder. Anschließend seien sie weitergezogen.

Zahlreichen weiteren Menschen begegneten die großen Hirsche, nicht wenigen gelang ein Foto – kein Wunder, schließlich funktioniert bei Elchen der Fluchtreflex anders als bei anderen Tieren. Ein Reh sucht sofort das Weite, wenn sich Gefahr andeutet, der Elch bleibt meist stehen. Geradezu stur beobachtet er, was passiert – selbst auf der Autobahn. Dort wird der Elch jedoch zur Gefahr: Mit 2,40 Metern Schulterhöhe und bis zu 800 Kilogramm Gewicht stellt er ein gefährliches Hindernis dar. Seit 1998 hat es drei schwere Unfälle gegeben. So kam es 2013 zwischen Rüdersdorf und Erkner auf dem Berliner Ring zu einem Zusammenstoß, bei dem ein Autofahrer schwer verletzt wurde. Der Elch, der verwundet auf der Fahrbahn lag, wurde anschließend von einem Lkw angefahren und starb.

Verkehrsunfälle mit Elchen sind bislang überwiegend aus Skandinavien bekannt. Doch auch in Brandenburg werden immer mehr Elche beobachtet. Allein seit 1990 sind in Brandenburg mehr als 70 Tiere gesichtet worden. Schon Mitte der 1990er haben sich einige der Paarhufer länger in der Region aufgehalten.

Meist wandern die Tiere aus Polen ein. In seinem Elch-Managementplan stellt das Potsdamer Landwirtschaftsministerium fest, dass die meisten Tiere im Oderbruch den Grenzfluss überqueren, dann aber schnell auf Hindernisse stoßen. Die Autobahnen 11, 10 und 12 stellen echte Barrieren dar. Allerdings heißt es auch: „Aufzuhalten ist Elchwild durch Verkehrswege nicht.“

Dabei ist der Elch hierzulande kein Eindringling. Zwar befinden sich die größten europäischen Elchpopulationen in Skandinavien und im Baltikum, doch waren die Paarhufer einst auch in Westeuropa weit verbreitet. Experten halten die Lausitz, den Spreewald und das gewässerreiche Havelland sowie das Oderbruch und die Uckermark als Lebensräume noch immer für geeignet.

Das Ministerium geht dennoch nicht davon aus, dass Elche künftig flächendeckend in Brandenburg auftreten. Lediglich mit der permanenten Anwesenheit einzelner Tiere – vor allem in den östlichen Kreisen – wird gerechnet.

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