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22. November 2017 | 06:51 Uhr

Gefährdet die Presse die Demokratie?

vom

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2013 | 08:47 Uhr

Was haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, ganz spontan gedacht, als sie zuletzt eine Sirene hörten oder ein "Blaulicht-Gewitter" sahen? Bestimmt fragten Sie sich: "Was ist da passiert? Wo brennt es?Ist wieder ein Auto gegen einen Baum geknallt?"

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er auf Alarmsignale mit Adrenalinausstoß und gespannter Neugier reagiert. Zeitungen sind genau daraus entstanden: Um Informationen über das Außergewöhnliche, das Unerwartete, das Unbekannte an viele Menschen, zu vermitteln. Ob das Maß und die Güte noch stimmt, mit der wir dies tun - damit befasste sich der Landesmedientag. Und damit, ob Journalisten, Polizei, Justiz und Rettungsdienste die richtigen Rahmenbedingungen für ihre Aufgabe haben - neben anspruchsvolleren Aufgaben wie: Die Mächtigen kontrollieren, Übersicht in komplexe Vorgänge bringen, die Flut täglicher Informationen sortieren, prüfen, in verständliche Formen bringen.

Wenn in einer solchen Diskussion der Vertreter des Innenministeriums sagt: Das Niveau der Presse drohe die Demokratie zu gefährden, dann ist das eindringlicher Appell. Und starker Tobak.

Gewiss steht Selbstkritik auch Medienleuten gut an. Aber die Demokratie ist von ihrer Seite wohl nicht in Gefahr. Über das publizistische Niveau lohnt es zu streiten. Zumal es womöglich Ministerien, Rathäuser oder Landratsämter sind, die mit falschen Verständnis von der öffentlichen Aufgabe der Presse ein "demokratiefährdendes Phänomen" sind - indem sie Infos verweigern, über die Maßen kanalisieren, öffentlichen Diskurs durch Hinterzimmer-Diplomatie ersticken? Auch darüber lohnte sich ein ernsthafter Diskurs.

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