Gedenken an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944

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Verteidigungsminister Thomas de Maiziere und seine Frau Martina bei der Gedenkfeier

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21. Juli 2012, 02:12 Uhr

Berlin | Als Vorbilder der Bundeswehrsoldaten von heute hat Verteidigungs minister Thomas de Maizière hat die Hitler-Attentäter gewürdigt. "Die Bundeswehr stellt sich bewusst in die Tradition des Widerstands vom 20. Juli 1944", sagte er gestern beim traditionellen Gelöbnis von rund 400 Rekruten am 68. Jahrestag des Attentats auf dem Paradeplatz des Berliner Bendlerblocks, Sitz des Ministeriums. Offiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatten am 20. Juli 1944 vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten. Von Stauffenberg und seine Mitstreiter wurden noch in der Nacht im Innenhof des Bendlerblocks erschossen.

Um den Ort des Gelöbnisses hatte es zuvor Streit gegeben. In den vergangenen vier Jahren hatte die Zeremonie auf dem Platz vor dem Reichstag stattgefunden. Jetzt sollen die Soldaten im Wechsel vor dem Parlament und am Bendlerblock geloben, wo das Attentat auf Hitler vorbereitet wurde.

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und Politiker von Union und SPD kritisierten den Ortswechsel. "Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und kein Ministerialheer", sagte Königshaus der "Welt".

De Maizière hält den jährlichen Wechsel dagegen für sinnvoll. Der eine Ort stehe für die Entscheidungen des Parlaments, ob die Bundeswehr in Einsätze geschickt werde. An dem anderen Ort werde entschieden, wie die vom Parlament übertragenen Aufgaben ausgeführt würden, sagte er im ARD-"Morgenmagazin". "Das abwechselnd in den Mittelpunkt zu stellen, finde ich sehr gut."

Die Tradition des Gelöbnisses von Bundeswehr-Rekruten am 20. Juli zur Würdigung des Widerstands gegen das Nazi-Regime gibt es seit 1999. Die Soldaten geloben, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Antimilitaristische und autonome Gruppen demonstrierten gegen die Veranstaltung.

Mit einer Feierstunde in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand hatte die Bundesregierung vor dem Gelöbnis an das gescheiterte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 erinnert. Im Innenhof des Bendlerblocks legte Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) einen Kranz nieder. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) forderte in seiner Gedenkrede ein Verbot der rechtsextremen NPD.

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