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Splitter : Gedenk- und Heimatstube ist einen Besuch wert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vor acht Jahren, am 24. Mai 2008, öffnete in Boberow die Gedenk- und Heimatstube „Friedrich Gedike“. 2010 zog sie aus dem Pfarrhaus in die alte Schule um und nutzt hier drei Räume. Initiatoren waren der gebürtige Boberower Erwin Franke, der mit seiner Frau Annemarie den Ausstellungsaufbau maßgeblich unterstützte, sowie Manfred Müller, den viele erfüllte Kinder- und Jugendjahre mit Boberow verbinden und der bisher zahlreiche Projekte im Ort mit großzügigen Spenden möglich machte.
Ein Raum der Heimatstube ist Friedrich Gedike (1754-1803) gewidmet, dessen Wirken als Pädagoge und „Wegbereiter der preußischen Reform des Bildungswesens“ mit zahlreichen Darstellungen gewürdigt wird. Zu seinen Verdiensten gehören u. a. die „Erfindung“ des heute üblichen Abiturs, die Schaffung einer Schul-Aufsichtsbehörde sowie eines Seminars für examinierte Lehrer (heute Referendarzeit). Nach 2000 befassten sich auch Schüler des Gymnasiums und der Oberschule Perlebergs mit dem Wirken Gedikes – die Oberschule trägt seit 2008 seinen Namen.

Die anderen Ausstellungsräume widmen sich der Ortsgeschichte Boberows – von archäologischen Funden (umfangreiche Feuersteinsammlung) über Exponate dörflichen Lebens bis hin zum Naturschutzgebiet Rambower Moor. Ein Besuch der Heimatstube ist auf jeden Fall empfehlenswert. Interessenten können sich bei Erwin und Annemarie Franke melden (038781/40543).

Mit „Rock im Moor“ fing alles an

Weit über die Dorf- und Kreisgrenze hinaus hat sich die MoorScheune bei Musikfreunden einen Namen gemacht. Im Mai 2010 eröffnet, schaffen Heidrun und Christian Ebert, die das Anwesen Ende 2008 kauften, im und am Haus immer etwas Neues. In diesem Jahr: zwei Sitzgruppen mit direktem Blick ins Rambower Moor und ein Insektenhotel mit Kräutergarten.

Die MoorScheune, 2009 benannt nach der Nähe zum Rambower Moor, wurde 1922 erbaut. Anfangs als Wirtschaftsscheune genutzt, stand sie ab 1938 als Pferdescheune dem Rennsportbereich zur Verfügung. Nach dem 2. Weltkrieg diente sie als Flüchtlingsunterbringung, später als Stallung und Lagerplatz. Nach der Wende verfiel das Anwesen immer mehr – bis zum Jahr 2000, als junge Leute es pachteten und sich einen Proberaum für ihre Musikprojekte einrichteten. So entstand nicht nur „Fake“, sondern auch die Idee mit „Rock im Moor“(RiM) – weit über die Kreisgrenzen beliebt. 2015 gab es die 15. Auflage.

Einmal im Jahr feiert kleines Dorf ganz groß

Einmal im Jahr stehen an der Dorfstraße Gosedahl mehr Autos als die 17-Seelen-Ansiedlung Einwohner hat. Und zwar immer am zweiten Augustwochenende – von diesem Termin wird auch nicht abgewichen. Denn da laden die Gosedahler zu ihrem „Dorffest“. Dass dieses kleine, gemütliche Fest überhaupt steigt, haben die Einwohner und ihre Besucher den Familien Zaunbrecher und Hain zu verdanken. Die rührigen Organisatoren haben mittlerweile nach zwölf Veranstaltungen Routine und sagen scherzhaft: „Alles wie gehabt“, so Sylvia Zaunbrecher. Stimmt nicht ganz: „Man muss ja auch mal etwas Neues machen“, so die Organisatoren, die sich immer etwas in punkto Programm einfallen lassen. Sei es zum Beispiel Kremserfahrten sowie Unterhaltung mit Comedian „Lotte“ oder dem Zauberer und Bauchredner Do-miX.

„Wir hatten einfach mal die Idee, ein Dorffest zu machen“, so Sylvia Zaunbrecher. Mittlerweile ist daraus eben eine Tradition geworden. Und es helfen alle mit. Kenner wissen Bescheid, am zweiten Augustwochenende in diesem Jahr steigt die 13. Auflage.



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