Splitter : Geburtsort des Neuen Forums

In der Paulskirche begann der Widerstand gegen die DDR-Oberen. Im Paulskirchenkeller wurde die friedliche Revolution für Schwerin auf den Weg gebracht.
In der Paulskirche begann der Widerstand gegen die DDR-Oberen. Im Paulskirchenkeller wurde die friedliche Revolution für Schwerin auf den Weg gebracht.

In der Paulskirche begann 1989 die friedliche Revolution in Schwerin

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07. Januar 2016, 16:00 Uhr

Ohne die Paulskirchengemeinde wäre die friedliche Revolution in Schwerin wohl nicht möglich gewesen. Im Herbst 1989 hatte sich das Neue Forum auch in der ehemaligen Bezirksstadt gegründet. Die Treffen in Wohnungen reichten damals schnell nicht mehr aus. Die Aktivisten suchten Alternativen – und fanden sie.

Martin Klähn, Mitbegründer des Neuen Forums in Schwerin, erinnert sich: „Wir verabredeten einen Informationsabend im Gemeindezentrum der Paulsgemeinde und auch der Raum war zu klein. Nun, sagte der Pastor, da müsst ihr halt die Kirche nehmen. Etwa 800 Menschen waren gekommen. Für sie war es ein historischer Augenblick auf den sie gewartet hatten und der auf sich hatte warten lassen. Aber jetzt war er da und sie wollten ihn ergreifen und wollten sich endlich in ihre Angelegenheiten einmischen. Der Aufbruch war körperlich zu spüren. Die Freiheit des Beginnens, der Anfang von etwas Neuem. Für mich ist dieser Abend die Gründung der Bürgerbewegung in Schwerin.“

An Demonstrationen auf der Straße dachte damals offenbar niemand. Erst als in Leipzig und Dresden die Montags-Demos schon zum Sinnbild der Veränderungen geworden waren, war es erneut im Paulskirchenkeller, wo die Entscheidung getroffen wurde: Auch die Schweriner gehen auf die Straße.

Während in anderen Städten oftmals Demos spontan nach Friedensgebeten entstanden, blockierte in Schwerin die räumliche Trennung dies. Martin Klähn: „Die Friedensgebete fanden im Dom statt, der Koordinierungskreis des Neuen Forum war im Paulskirchenkeller beheimatet war und nicht in die Vorbereitung der Friedensgebete eingebunden. Es ging also nicht spontan, sondern nur mit Beschluss. Und das dauert manchmal.“

Am 23. Oktober 1989 gingen 30 000 Schweriner auf die Straße. Der Anfang vom Ende der SED.

Historische Technik zum Staunen

Die Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde können in diesem Jahr ein Doppeljubiläum feiern. Ihr Verein besteht 25 Jahre und zehn Jahre gibt es das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum. Gleich hinter dem Bahnhof, in den historischen Hallen der Friedrich-Franz-Eisenbahn und auf dem Reichsbahngelände, können die Besucher in die Geschichte der Eisenbahn eintauchen. Loks, Wagen und viele Details des Bahnbetriebes sind zu erleben. Außerdem haben die Eisenbahnfreunde eine Modellbahnanlage aufgebaut, an der die Technik vergangener Tage demonstriert werden kann. Schmuckstück der Sammlung ist die ältestes betriebsfähige Normalspurdampflok Deutschlands, die 91 134.

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