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19. November 2017 | 11:28 Uhr

Gasnetz als Stromreservoir

vom

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2011 | 06:52 Uhr

Falkenhagen | Der Energieversorger E.ON errichtet in Falkenhagen eine Pilotanlage zur Umwandlung von Strom aus Windenergie in Wasserstoff und investiert mehr als fünf Millionen in die Erforschung dieser Technologie.

Wie aus einer Presseinformation des Unternehmens hervorgeht, soll die Anlage ab 2013 aus regenerativ erzeugtem Strom durch Elektrolyse, einem Vorgang, bei dem Wasser durch elektrischen Strom in seine Hauptbestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird, pro Stunde rund 360 Kubikmeter Wasserstoff produzieren. Dieser wird in das Ontras-Ferngasnetz eingespeist und wie normales Erdgas genutzt. So wird das Erdgasnetz zum Speicher für Strom aus wetterabhängigen erneuerbaren Energien.

E.ON will diese Technologie in Falkenhagen intensiv testen und weiterentwickeln. Das Potenzial ist immens: Bereits heute kann dem Erdgas im Netz problemlos bis zu fünf Prozent Wasserstoff beigefügt werden, mittelfristig erwarten Experten bis zu 15 Prozent. Damit könnte die gesamte heutige regenerative Stromerzeugung im deutschen Erdgasnetz gespeichert werden. Ein Bedarf für Speicherkapazitäten in solchen Größenordnungen wird aber erst in einigen Jahrzehnten bestehen, wenn der größte Teil des Strombedarfs aus regenerativen Energien gedeckt wird. "Um den Anteil von wetterabhängigem Windstrom an unserer Stromerzeugung in den kommenden Jahren weiter erhöhen zu können, brauchen wir auch neue Speicherkapazitäten. Dabei ist die Nutzung der bestehenden Erdgasinfrastruktur zur Speicherung von Wasserstoff langfristig ein erfolgversprechender Ansatz, bei dem wir unsere Stärken als Strom- und Gasunternehmen in besonderer Weise kombinieren können", sagt Prof. Dr. Klaus-Dieter Maubach, Mitglied des Vorstandes der E.ON AG und für Technik und Entwicklung zuständig.

Wenn Deutschland in den nächsten Jahren den Anteil an regenerativer Wind- und Sonnenenergie an der Stromerzeugung wie geplant erhöht, wird das Angebot zeitweise den Strombedarf übersteigen und das Stromnetz an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen. Deswegen investiert E.ON in Technologien zur Speicherung dieser überschüssigen Energie.

Derzeit steht dabei vor allem der Ausbau der Kapazitäten an Pumpspeicherkraftwerken im Vordergrund. So plant E.ON eine Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks am hessischen Edersee und - gemeinsam mit Partnern - den Bau einer neuen Anlage an der deutsch-österreichischen Grenze.

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