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Versicherungen : Garantiezins in der Lebensversicherung soll sinken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experten sprechen Empfehlung aus / Verträge drohen an Attraktivität zu verlieren / Letztes Wort hat die Bundesregierung

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 17:17 Uhr

Den Verbrauchern in Deutschland droht beim Abschluss von Lebensversicherungen ab 2015 eine noch niedrigere Garantieverzinsung als bisher. Der Zinssatz für Neuverträge, den die Versicherer ihren Kunden höchstens zusagen dürfen, könnte dann von derzeit 1,75 Prozent auf maximal 1,25 Prozent sinken. Diese Empfehlung hat die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), ein Zusammenschluss von Versicherungsmathematikern, gestern an die Bundesregierung übermittelt. Allerdings sollte diese Empfehlung vor Ende 2014 noch einmal überprüft werden. Bestehende Verträge sind von der Änderung nicht betroffen.

Grund für die Empfehlung sind die niedrigen Zinsen an den Finanzmärkten. Sie machen es für Versicherungsunternehmen immer schwerer, die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Seit dem Jahr 2000 wurde der Höchstrechnungszins, wie der Garantiezins offiziell heißt, von vier Prozent schrittweise gesenkt. Letztlich entscheidet das Bundesfinanzministerium über den Garantiezins. Das Ministerium berät sich dazu mit der Finanzaufsicht Bafin. An die Empfehlung der DAV ist es nicht gebunden. Allerdings gilt das Votum der Versicherungsmathematiker als wichtige Richtschnur.

Zuletzt hatte die Bundesregierung den Garantiezins zum 1. Januar 2012 von 2,25 auf 1,75 Prozent herabgesetzt. Eine weitere Verringerung droht das Produkt Lebensversicherung immer unattraktiver zu machen. Branchenprimus Allianz Leben weist allerdings darauf hin, dass der Garantiezins nur eine Komponente ist. Entscheidend für die Kunden sei die Gesamtverzinsung. Sie lag laut früheren Angaben der Rating Assekurata 2013 bei durchschnittlich 4,65 Prozent

Die Versicherungsbranche zeigte sich angesichts der Niedrigzinspolitik in Europa wenig überrascht von der Empfehlung der Aktuare. „Den Höchstrechnungszins bereits zum 1.1.2015 um 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren wäre jedoch übereilt“, erklärte eine Sprecherin des deutschen Branchenverbands GDV.

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