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22. November 2017 | 14:04 Uhr

Ganz Deutschland zittert

vom

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2012 | 07:15 Uhr

Berlin/Offenbach | Gut eine Woche nach Beginn der Kältewelle in Deutschland sind mildere Temperaturen nicht in Sicht. In der Nacht zu Donnerstag wurden erstmals in diesem Winter im gesamten Bundesgebiet zweistellige Minusgrade gemessen. Der Wettertrend für die kommenden acht Tage zeige keine Besserung, sagte der Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. In der Nacht zu Samstag werde vorerst der "Kältetiefpunkt" mit flächendeckend minus 20 Grad im Osten erreicht. Deutschlandweit am kältesten war es in Marienberg im Erzgebirge. Dort fiel die Temperatur nachts auf minus 21 Grad. Nur an der Küste blieb es etwas milder.

Wegen der anhaltenden Kälte plädierte der Sozialminister Nordrhein-Westfalens, Guntram Schneider (SPD), für unkonventionelle Hilfe für Obdachlose. In öffentlichen Einrichtungen, U-Bahnschächten oder im Eingangsbereich von Einkaufshäusern sollten die Wohnungslosen toleriert werden, auch wenn die Vorschriften dagegen sprächen. Unterdessen ist in Magdeburg ein 55-jähriger Obdachloser offenbar erfroren. Der Mann war leblos auf einer Bank liegend gefunden worden.

Wegen der zunehmenden Vereisung wird der Schiffsverkehr im norddeutschen Elbabschnitt ab Freitag eingestellt. Die Eisbedeckung des Flusses zwischen Dömitz und Geesthacht beträgt mittlerweile mehr als 55 Prozent.

Den bisher kältesten Februar gab es in Deutschland 1956. Damals lag die durchschnittliche Temperatur bei minus 9,6 Grad.

Extremer Frost in Europa

Mindestens 120 Menschen sind in Europa bereits den sibirischen Temperaturen zum Opfer gefallen. Vor allem im Osten Europas ist die Lage dramatisch. In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der Erfrorenen um 20 auf 63, in Polen sind es bisher 29, in Rumänien 22, in Bulgarien zehn, in Tschechien sieben.
Eisiges Baltikum: In Lettland wurde gestern in Zoseni mit minus 30,7 Grad der bisherige Kälterekord für den 2. Februar aus dem Jahr 1976 übertroffen. In Norditalien blockierten Eis und Schnee zahlreiche Straßen und Schienen. An der südlichen Adria lag gestern Schnee, was dort sehr selten ist. Auch Kroatiens Küsten schneite es gestern. Im Osten der Türkei sind etwa 1000 Straßen zu Dörfern nicht mehr befahrbar. Vielerorts brach das Stromnetz zusammen.

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