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23. November 2017 | 12:38 Uhr

Die Lehrerin : Fürs Leben lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Annett Groß ist Lehrerin für Mathematik, Deutsch und Kunst sowie Leiterin der Schweriner Friedensschule.

Annett Groß ist Lehrerin für Mathematik, Deutsch und Kunst sowie Leiterin der Schweriner Friedensschule. Redakteur Bert Schüttpelz sprach mit ihr über Bildung, Erziehung und Werte.

Kann Schule Kinder auf das Leben vorbereiten?

Groß: Laut Gesetz liegt die Verantwortung für die Erziehung der Kinder zu vorderst bei den Eltern. Aber Schule erfüllt natürlich eine wichtige Aufgabe bei der Vermittlung von grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen, aber noch viel mehr. Wir vermitteln auch Werte und Normen und unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.

Ist das Vorbereitung aufs Leben?

Ja. Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft und Toleranz, Kritikfähigkeit und gewaltfreie Konfliktlösung, Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit, Höflichkeit und zivilisierte Rituale sind für jeden im Leben wichtig. Allerdings kann es nur in Zusammenarbeit mit den Eltern gelingen, diese Werte und Normen auch nachhaltig zu verankern.

Aber wie steht es mit den einfachen Dingen des Alltags?

Auch dafür tragen Pädagogen große Verantwortung, haben aber auch viele Möglichkeiten. Ich will mal ein Beispiel nennen: Ich habe mich gerade mit meiner Klasse in einer Bäckerei angemeldet, damit die Kinder mal einen Sack Mehl sehen können und eine Vorstellung von Gewichten und Rauminhalten bekommen. Was nutzt es, wenn sie wissen, dass eine Dezitonne 100 Kilo sind, aber damit eigentlich nichts anfangen können? Oder ein anderes Beispiel: Sinnerfassendes Lesen heißt für mich, dass die Schüler auch einen Fahrplan verstehen. Bei uns formulieren die Kinder die Einladung zur Elternversammlung selbst oder lernen, handschriftlich einen Brief zu verfassen. Und es gäbe sicher noch viele weitere Beispiele.

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